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Kritik: Studio 54 (1998)


"Welcome to my Party", begrüßt der exzentrische Disco-König Steve Rubell die handverlesenen Gäste seines STUDIO 54 – doch nicht illustre Prominente wie Truman Capote oder Andy Warhol stehen im Mittelpunkt von Mark Christophers Spielfilmdebut, sondern vielmehr ein kleines Grüppchen von Angestellten des Kult-Etablissements, denen das STUDIO vor allem als Karriereleiter dient.
Schein statt Sein: Zu den glamoursüchtigen Kids gehört auch Shane, ein hübsch-dämlicher Vorstadtjunge, der sich mit Hilfe seines guten Aussehens zielstrebig nach oben schläft und schließlich als naives Lustobjekt der Reichen und Schönen zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt. Anhand von Shanes Aufstieg und Fall illustriert Regisseur und Drehbuchautor Christopher den hemmungslosen Hedonismus einer freizügigen Party-Ära. Dabei riskiert der Filmemacher auch einen Blick unter die Oberfläche, ohne aber das mitunter tragische Schicksal der Betroffenen konsequent weiterzuverfolgen – ein Indiz dafür, daß zahlreiche Handlungsstränge der 90 Minuten langen Disco-Saga am Ende der Schere zum Opfer fielen.
Flair statt Fakten: Auch mit den tatsächlichen Begebenheiten um die legendäre Edel-Disco nimmt es Christophers nostalgische Replik nicht allzu genau. Letztlich überzeugt der Film durch sein verlockendes Flair und die – trotz all ihrer Fehler – sympathisch gezeichneten Figuren. Insbesondere Mike Myers ("Austin Powers") besticht dabei mit seiner tragikkomischen Darstellung des homosexuellen und von höchst widersprüchlichen Charakterzügen geprägten Party-Visionärs Steve Rubell.

Fun statt Tiefgang: "Studio 54" ist das mitreißende Porträt einer unglaublichen Ära von Sex, Drogen und kolossaler Geschmacklosigkeit, dessen enttäuschender Schluß auf einen sorgfältigeren Director's Cut hoffen läßt. Die Techno-Kids der 90er freilich – sollten sie sich in den Film verirren – dürften sich auch so verwundert die Augen reiben.





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