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Gadjo Dilo - Geliebter Fremder (1997)

Gadjo Dilo

Von dem Regisseur der Filme "Latcho Drom" und "Mondo" kommt der dritte Teil einer Trilogie über das Leben von Zigeunern.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Der Film ist angesiedelt in Rumänien und erzählt von einem jungen Mann aus Paris (Romain Duris), der in der Stadt ankommt und davon besessen ist einen legendären Musiker ausfindig zu machen. Er wird schnell zum Objekt allgemeiner Neugierde und bekommt den Spitznamen "Verrückter Gadjo" (Gadjo = Fremder, Außenseiter). Der rumänischen Sprache nicht mächtig, kommuniziert er mit den Einheimischen über Sabina (Rona Hartner), einer lebhaften Bäuerin, die gerade aus einer schlimmen Ehe geflohen ist. Sie erwärmt sich für den jungen Franzosen, doch gerade als sie zusammen schlafen wollen, wird es gefährlich, als ein Mafioso der Zigeuner, aus dem Gefängnis entlassen, in der Stadt ankommt.

Filmkritik

Tony Gatlif zeichnet in "Gadjo Dilo" ein einfühlsames Porträt von Menschen jenseits der gesellschaftlichen Toleranzschwelle, ohne dabei in Folklore oder trügerische Romantik abzugleiten. Vor fünfzehn Jahren hat der algerisch-französische Regisseur sein "Zigeuner-Triptychon" begonnen. "Gadjo Dilo" ("Der wilde Fremde") ist der letzte Teil. Ging es davor zumeist um die Musik der Sinti und Roma, stehen nun die Menschen im Vordergrund. In einer der schönsten Szenen des Films tanzt der alte Izidor am Grab eines gerade verstorbenen Freundes zu trauriger Geigenmusik. Ganz allein und in sich gekehrt drückt der Tanz die ganze Trauer aus. Die Kamera ist nicht so sehr Teil der Inszenierung als vielmehr stiller Beobachter.
Warum sind Menschen so wie sie sind? Mit dieser Frage beschäftigt, bricht ein Gewaltausbruch der Rumänen gegen das friedliche Dorf ein wenig unvermittelt aus. Zu plötzlich und ohne glaubhaften Zusammenhang steigern sich Vorurteile auf einmal zu handfester Aggression.
"Gadjo Dilo" ist zwar kein Dokumentarfilm im eigentlichen Sinne, doch die zahlreichen Laiendarsteller verleihen der Handlung eine Authentizität, die aus der fiktiven Geschichte reale Geschehnisse formt. Das ist nicht immer vorteilhaft, schon gar nicht in einer traditionell ausgerichteten Lebensgemeinschaft. Das Rollenverhältnis von Männern und Frauen ist nicht nur für Stephane problematisch. Und dann haben die Bewohner des Dorfes ein Verständnis von Sauberkeit und Ordnung, das oft genug abschreckt. "Gadjo Dilo" ist kein unkritischer Film, klar erkennbar geht es dem Regisseurs aber vor allem um eine Qualität, die sonst oft zu kurz kommt: Ehrlichkeit.




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Land: Frankreich
Jahr: 1997
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 27.08.1998
Regie: Tony Gatlif
Darsteller: Romain Duris, Rona Hartner, Izidor Serban
Verleih: Senator Film

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