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Gadjo Dilo - Geliebter Fremder
Gadjo Dilo - Geliebter Fremder
© Wild Bunch

Kritik: Gadjo Dilo - Geliebter Fremder (1997)


Tony Gatlif zeichnet in "Gadjo Dilo" ein einfühlsames Porträt von Menschen jenseits der gesellschaftlichen Toleranzschwelle, ohne dabei in Folklore oder trügerische Romantik abzugleiten. Vor fünfzehn Jahren hat der algerisch-französische Regisseur sein "Zigeuner-Triptychon" begonnen. "Gadjo Dilo" ("Der wilde Fremde") ist der letzte Teil. Ging es davor zumeist um die Musik der Sinti und Roma, stehen nun die Menschen im Vordergrund. In einer der schönsten Szenen des Films tanzt der alte Izidor am Grab eines gerade verstorbenen Freundes zu trauriger Geigenmusik. Ganz allein und in sich gekehrt drückt der Tanz die ganze Trauer aus. Die Kamera ist nicht so sehr Teil der Inszenierung als vielmehr stiller Beobachter.
Warum sind Menschen so wie sie sind? Mit dieser Frage beschäftigt, bricht ein Gewaltausbruch der Rumänen gegen das friedliche Dorf ein wenig unvermittelt aus. Zu plötzlich und ohne glaubhaften Zusammenhang steigern sich Vorurteile auf einmal zu handfester Aggression.
"Gadjo Dilo" ist zwar kein Dokumentarfilm im eigentlichen Sinne, doch die zahlreichen Laiendarsteller verleihen der Handlung eine Authentizität, die aus der fiktiven Geschichte reale Geschehnisse formt. Das ist nicht immer vorteilhaft, schon gar nicht in einer traditionell ausgerichteten Lebensgemeinschaft. Das Rollenverhältnis von Männern und Frauen ist nicht nur für Stephane problematisch. Und dann haben die Bewohner des Dorfes ein Verständnis von Sauberkeit und Ordnung, das oft genug abschreckt. "Gadjo Dilo" ist kein unkritischer Film, klar erkennbar geht es dem Regisseurs aber vor allem um eine Qualität, die sonst oft zu kurz kommt: Ehrlichkeit.





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