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Kritik: Bill Diamond - Geschichte eines Augenblicks (1998)


Von der Prämisse, die von einer komplexen Traumwelt ausgeht, entwickelt sich ein mitunter verwirrendes Märchen, frei nach "Die Schöne und das Biest". Bei dem Fünf-Personen-Stück steht die Amour fou eines geheimnisvollen Models, der Schönen, (Fotomodel Kati Tastet) und dem abgehalfterten Fotografen Mark, dem Biest, (Marek Kondrat) Vordergrund. Entlang der Fotosessions entwickelt sich eine diffuse Linie zwischen Realität und Phantasie, die ihren eigenen ästhetischen Gesetzmäßigkeiten folgt - fern von Hollywoods Hochglanz-Look, für manche sicherlich gewöhnungsbedürftig.
In ruhigen, symbolhaften und zurückhaltenden Bildern schildert der deutsche Regisseur Wolfgang Panzer nach "Broken Silence" erneut eine unterschwellige Liebesgeschichte, deren Entfaltung er zu hemmen weiß und statt dessen lieber über Trennung, Verlust, Liebe und Tod philosophiert. Dabei beläßt es der gebürtige Münchner allerdings bei versteckte Andeutungen, die er seiner Faszination für Fotografie unterordnet. Zentrale Elemente sind die persönlichen Veränderungen, die seine Figuren durchlaufen, sowie der schmale Grat zwischen Kunst und Voyeurismus.
In den raum- und zeitlos erscheinenden Fotocollagen, für die der renommierte Künstler Christian Coigny verantwortlich zeichnet, fügt sich der Voice-Over-Kommentar Bill Diamonds in die Vielzahl kontemplativer Eindrücke, die von Gedanken über Imagination, tiefer Sehnsucht und dem Wusch nach dem perfekten Foto begleitet werden. Doch oft bleibt "Geschichte eines Augenblicks" mit seinen matten Brauntönen träge, unbefriedigend und uninspiriert, was vor allem an der fehlenden Magie der Bilder liegt, die den schöpferischen Akt der Fotografie einfach nicht vermitteln können.





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