VG-Wort

oder

Kritik: Punk! (1998)


Das Punker-Dasein ist verzwickter als man denkt - ganz besonders im Salt Lake City des Jahres 1985: In der von Mormonen beherrschten Stadt nämlich gilt all das als Sünde, was einem richtigen Punker heilig ist: Alkohol, Drogen und Gewalt.
Für den Filmemacher James Merendino kein Grund zum Trübsalblasen. Im Gegenteil: Seine selbstironische Replik auf eine Ära totaler Verweigerung ist eine grelle, oft urkomische Farce über den trotzigen Kampf zweier rastloser Rebellen gegen ihrer biedere Umwelt.

Meredinos liebevoll-bissiges Porträt einer vom Aussterben bedrohten Spezies fängt den Anti-Alles-Zeitgeist er 80er Jahre ein, ohne ihn zu verklären. In kraftvollen Bildern beschreibt der Regisseur die grotesken Streifzüge seiner Helden Stevo und Heroin Bob und scheut dabei nicht den Vergleich mit großen cineastischen Vorbildern: Da werden - wie bei Kubricks "Uhrwerk Orange" - die Exzesse der Protagonisten mit Beethoven-Klängen untermalt, und der psychodelische Bilderrausch einer Drogenphantasie ähnelt der nuklearen Städtevernichtung in James Camerons "Terminator 2".

Dem deutschen Kinopublikum verspricht der Film schließlich noch ein ganz besonderes Amusement: Die Nebenrolle des Möchtegern-Psychopathen Mark übernahm Til Schweiger.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.