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Kritik: Düstere Legenden (1998)


Der Dozent (Robert Englund) sieht aus wie Freddy Krueger, der Dekan (John Neville) kommt aus den "X-Files" und der Tankwart (Brad Dourif) ist die Stimme von "Chucky": Kein Wunder, daß die Studenten am ehrwürdigen Pendleton College wie die Fliegen sterben. Ein irrer Killer wütet auf dem Campus, und weil Jamie Blanks' Kinodebut auf den seichten Ausläufern der "Scream"-Welle havariert, sind die jugendlichen Opfer mit den Konventionen des blutigen Genres bestens vertraut.

Anstatt mit originellen Einfällen aber ängstigt "Düstere Legenden" sein Publikum vor allem mit einer langen Reihe überflüssiger Möchtegern-Schocks, so daß sich die tatsächlichen Morde beinahe im Dickicht der Bluffs und falschen Fährten verlieren. Immerhin läßt der Film dabei die Metzgerei im Dorf und verzichtet auf die Ausbeutung plakativ-blutrünstiger Details.

Daß die Freude am Gruseln letztlich auf der Strecke bleibt, liegt am vorhersehbaren Plot und dem gründlich mißratenen Finale der formelhaften Schlitzersaga, deren Logik sich dem gesunden Menschenverstand über weite Strecken verschließt. Die Akteure – darunter TV-Sternchen wie Joshua Jackson ("Dawson's Creek") – komplettieren das cineastische Debakel, indem die ihre schauspielerischen Darbietungen immer wieder darauf reduzieren, hübsch auszusehen.

"Düstere Legenden" ist, wie ein kluger Kopf bemerkte, der "Anaconda" unter den Horrorfilmen: hastig zusammengestellte Massenware, deren nahezu rührender Dilletantismus den abgeklärten Teil des Publikums mit unfreiwilliger Komik versöhnt. Und so könnten uns die Produzenten am Ende gar ein "Düstere Legenden 2" bescheren.

Der reinste Horror!





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