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Kritik: Sunshine - Ein Hauch von Sonnenschein (1999)


Ein Jahrhundert Ungarn umspannt die Chronik des Landsmanns István Szabós in seinem dreistündigen Familienporträt. Mit Sonnenschein hat das tragische Melodram weniger, als mit Schicksal am Hut. Sors (ungarisch: Schicksal) nennen sich die jüdischen Sonnenscheins nachdem sich ihr Kräutergeist "Sunshine" anfangs in Rauch aufgelöst hat. Damit geht ein generationenumspannendes Leiden los, in dem Ralph Fiennes gleich dreimal die Hauptrolle spielt.

David Leans "Doktor Shiwago" mag Vorbild für die Verknüpfung von Familienschicksal im Sog des nationalen Fatums sein. István Szabó ("Mephisto") kann die Ereignisfülle und Komplexität jedoch nicht bündeln. Blass und emotionslos die Geschichte , trotz großem Aufwand didaktisch die Vergangenheitsbewältigung. TV-Mehrteiler wie "Heimat" sind nicht fern.

Große Namen statt großer Gefühle: Zahlreiche Romanzen würgt Szabó schnell ab, bevor sie beginnen, kein Schauspieler vermag das enge Korsett seiner Figuren zu sprengen. Die europäische Prestigeproduktion für Kinowelt kennt die Elemente für ein potenziell packendes Epos. Nur die richtige Formel fehlt noch, um aus dem Schatten von Durchschnittsfilmen in den Sonnenschein zu treten.





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