oder

Die Stille (1996)

Sokout

Drama: Der blinde Korshid lebt mit seiner Mutter in Tadschikistan und verdient beider Lebensunterhalt als Instrumetenstimmer. Doch weil er ständig zu spät kommt, verliert er seine Arbeit...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Korshid lebt mit seiner Mutter in einem kleinen Dorf in Tadschikistan inmitten einer atemberaubend farbenprächtigen Landschaft. Dicch Korshid kann diese Farben nicht sehen, er ist blind. Korshid nimmt die Welt durch ihre Gerüche und mit seinen Händen wahr: mit seinem unglaublich feinen Gehör kann er sogar die Stimmung von Boenen und Fliegen an ihrem Summen erkennen. Seine große Liebe gehört jedoch der Musik. Er arbeitet als Instrumentenstimmer in der Stadt. Täglich bringt ihn seine Freundin Nadereh, die ihm "ihre Augen leiht", zu Arbeit. Die Geräusche der Stadt, vor allem das Treiben auf den Basaren, ziehen ihn immer wieder in den Bann. Zum Unwillen seines alten Meisters kommt er so ein ums andere Mal zu spät zur Arbeit. Eines Tages Hört er Beethovens fünfte Sinfonie. Fasziniert folgt er dem Musiker durch die Straßen. Als er daraufhin seine Arbeit verliert, macht er sich die Suche nach dem geheimnisvollen Musiker...

Filmkritik

Samira Makhmalbaf hat soeben einen Achtungserfolg bei den Filmfestspielen in
Cannes hingelegt: Als jüngste Regisseurin (mit zwanzig Jahren) bekam sie den
Preis der Jury für ihren Film "Die schwarze Tafel". Ihr Debütfilm "Der
Apfel" wird demnächst in den deutschen Kinos anlaufen. Gelernt hat sie ihr
Handwerk bei ihrem Vater. Im Alter von acht Jahren stand sie das erste Mal
vor der Kamera von Mohsen Makhmalbaf, dem, neben Abbas Kiarostami, zur Zeit
wohl populärsten iranischen Filmemacher. Und auch bei "Die Stille" hat sie
mitgewirkt – als Regieassistentin unter ihrem Vater.

Der Lauf der Geschichte orientiert sich nicht an westlichen Normen. Es gibt
keine Einteilung in das gängige Drei-Akt-Schema und das Ende darf man nur
bedingt als "Happy" bezeichnen. Mit normalen Maßstäben ist der Film nicht zu
messen, denn bei aller wohlwollenden Betrachtung: Die Story erscheint
einfach zu dürftig. Da behilft man sich am besten indem man den Film als
Märchen betrachtet. Eine Lesart übrigens, die durch das eigenwillige Spiel
der Mutter und des Musikers nur gestützt wird.

Die Bilder dagegen sind von poetischer Schönheit und die Auswahl der
Details, besonders bei der Betrachtung des Mädchens Nadereh, fasziniert. Der
Kinderfilm ist im Iran ein vielbenutztes Genre, was vor allem daran liegt,
das es politisch problemlos scheint. Dennoch wurde "Die Stille" aufgrund
einer Tanzszene von Nadereh im Laden des Instrumentenbauers zensiert. Mohsen
Makhmalbaf hat sich daraufhin entschlossen, den Film erst dann wieder im
Iran zu zeigen, wenn diese Szene wieder hinzugefügt wird.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Tadschikistan, Frankreich, Iran
Jahr: 1996
Genre: Drama
Länge: 75 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 18.05.2000
Regie: Mohsen Makhmalbaf
Darsteller: Tamineh Normatova, Nadereh Abdelajeva, Azizeh Mohamadi
Verleih: Kairos Film



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