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Kritik: The Winslow Boy (1999)


Schon viermal wurde Terence Rattigans Theaterstück "The Winslow Boy" verfilmt. Die fünfte Fassung, vom deutschen Verleih mehrmals verschoben, stammt von Multitalent David Mamet, dessen hoch intelligente Drehbücher ("Die Unbestechlichen") längst Legende sind. Britisch unterkühlt, scharfsinnig und beinahe emotionslos entfaltet sich Mamets Version der wahren Geschichte des 14-jährigen Ronnie Winslow.

Dem hervorragend gespielten Drama sieht man die Bühnenherkunft deutlich an: Fast ausschließlicher Handlungsort ist das Anwesen der Familie Winslow. Mamets Film läuft vielmehr im Kopf des Zuschauers ab – ein Justizfilm ohne eine einzige Szene vor Gericht.

Nigel Hawthorne und Jeremy Northam treiben den Diskurs über Recht und Gerechtigkeit scharfzüngig und mit Wortwitz auf die Spitze: ein reflektiernd-analytisches Kinovergnügen, das man, wie beim Verleih Columbia-Tristar inzwischen leider üblich, nur im englischen Original empfehlen kann.

Fazit: David Mamet erweist sich einmal mehr als Meister des geschliffenen Dialogs: brillant inszeniertes Justizdrama, das ohne eine einzige Gerichtsszene auskommt.





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