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Kritik: Cascadeur - Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer (1998)


Stuntman in Deutschland ist kein erfüllender Job. Die Filmemacher sind sparsam mit dem Nervenkitzel. Um dieser frustigen Situation endlich ein Ende zu bereiten, tat Hardy Martins, was ein Mann tun muß: er hob ein eigenes Projekt für einen echten deutschen Action-Film aus der Taufe. Wenn man schon mal dabei ist, kann man auch Nägel mit Köpfen machen: Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent und Stuntkoordinator in einem - eine Tour de Force.

Aber es hat sich gelohnt. Mit seinem Enthusiasmus hat Martins seine gesamte Crew angesteckt, und das kommt im Film rüber. Es läßt so manchem Historiker einfach keine Ruhe, das verschollene Bernsteinzimmer. Auch die junge Altertumsforscherin Christin gibt sich mit dem Verschwinden des Kunstschatzes nicht zufrieden. In Caracas findet sie bei einem untergetauchten Hitlergetreuen eine Kette, die der Schlüssel zu dem Zimmer sein muß. Gleichzeitig mit der Kette hat sie aber auch hartnäckige Verfolger am Hals. Der undurchsichtige "Oberst" ist dem Kunstschatz nämlich ebenso verbissen hinterher, wie Christin - nur seit 25 Jahren ziemlich erfolglos. Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd entkommt Christin durch einen gewagten Sprung aus dem Flugzeug.

Als sie mit lautem Getöse aus den Wolken zu Vincent herunterpurzelt, schwant dem nichts Gutes. Der ehemalige Stuntman hat dem Abenteuer in jeder Hinsicht abgeschworen, nachdem er seine Frau bei einem Stunt verloren hat. Jetzt lebt er zurückgezogen im Schwarzwald und verschwendet seinen Luxuskörper ans Zapfenpflücken. Aber mit Christin läuft das nicht, denn Vincent wird kurzerhand in den Wettlauf um das Bernsteinzimmer hineingezogen. Eine turbulente Jagd beginnt, bei der Vincent alias Hardy so richtig nach Herzenslust aus der Trickkiste zaubern darf.
Der Beweis, daß auch in Deutschland ein aufwendiger Actionfilm machbar ist, ist Martins durchaus gelungen. An den kleinen Mängel in der Dramaturgie sind nicht zuletzt die Vernachlässigung von Kameraarbeit, Licht- und Musikeinsatz schuld. Hier wäre durchaus mehr drin gewesen, ebenso wie bei dem einen oder anderen Charakter und seinem Darsteller. Die Schwächen werden aber durch die treffsichere Situationskomik wieder wett gemacht. Auch die Action ist wirklich genial, sowohl von der Technik als auch von der Phantasie her. Die Ideen, um sich aussichtslosen Situationen doch noch zu entwinden, sind einfach köstlich und zum Teil herrlich komisch. Anschauen lohnt sich!





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