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Kritik: Schule des Begehrens (1999)


Obsession statt Liebe: In freizügigen Bildern und mit zutiefst verletzenden Dialogen schildert der Franzose Benoit Jacquot die verhängnisvolle Haßliebe zweier exzentrischer Lebenskünstler, die sich dem Spiel von Dominanz, Unterwerfung, Nymphomanie und Selbstzerstörung hingeben. Die Kontrahenten degradieren sich gegenseitig zu simpler Ware, die sie lediglich zur Befriedigung der eigenen Gelüste benutzen.
Aus einer flüchtigen Begegnung entflammt ein bedrohliches Feuer aus Begehren, Verachtung und Besitz, stets angefacht durch Quentins vielfache, bisexuelle Eskapaden, die ihm eine scheinbare Freiheit vorgaukeln. Zu unruhigen Schnitten und temporeicher Bildrhythmik vor meist ockerfarbenen Hintergrund greifen beide Protagonisten zu schweren Geschützen im sinnlosen, dank leichter Distanz überaus beschaulichen Geschlechterkampf.
In der vielbeschäftigten Darstellerin Isabelle Huppert („Madame Bovary“) als neurotische Dominique und der exzellenten Neuentdeckung Vincent Martinez als stolzer Quentin hat der 52-jährige Benoit Jacquot zwei versierte Mimen für seine abgründige Literaturverfilmung gefunden, in der sich zynische Wortgefechte mit fiesen Machtspielen abwechseln und sich die Schauspieler voll kaltschnäuziger Inbrunst duellieren.





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