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Grüne Wüste (1999)

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Die "Grüne Wüste" ist eigentlich ein Wald: er umgibt das Heimatdorf von Katja und Johann. Beide ziehen sich dorthin zurück, um ihre Tagträume zu leben - etwa den von der Burg, die inmitten der Grünen Wüste steht, und von der aus sie bedeutende Ausgrabungen machen. Auch die Figur des "tapferen Ritters Heinrich" gehört für Katja zur realen Welt. Ihre Traumwelt wird jäh gestört, als Johann schwer krank wird...

Filmkritik

Bedingungslose Emotionalität ist der Schlüssel zu "Grüne Wüste". Selten gelingt es einem Film so extrem darin zu schwelgen und dennoch wahrhaftig zu bleiben.

Im Zentrum stehen die beiden Kinder Katja und Johann. Gemeinsam kreieren sie eine Phantasiewelt um edle Ritter und Ehre, der sie in einer Burgruine im nahen Wald Gestalt verleihen. Diese Welt ist für beide das Gegengewicht zur unangenehmen Familiensituation. Denn Katjas Mutter geht mehr oder weniger offen mit Johanns Vater fremd. Ihr Vater erscheint Katja wie ein Schlappschwanz, da er nichts dagegen tut. Johann hat keine Mutter mehr. Zwischen den beiden Kindern entwickelt sich langsam eine zarte Bande, an der sie sich festhalten. Aber dann muss Johann ins Krankenhaus. Die Diagnose: Leukämie. Ob er überleben wird ist trotz der modernen Medizin ungewiss. Katja jedoch will alles tun, um ihm zu helfen wieder gesund zu werden.

Mit den Mitteln eines Märchens geht "Grüne Wüste" zu Werke, wenn es um die Phantasiewelt der Kinder geht. Da taucht auch schon mal tatsächlich ein Ritter in voller Rüstung auf, der neben dem fahrenden Wagen her reitet. Differenziert zeichnet der Film die Lebensumstände in dem kleinen vollkommen vom grünen Wald umgebenden Dorf. Die so bezeichnete grüne Wüste ist Fluchtpunkt mitgenommener Kinderseelen und wird zum zauberhaften Traumland, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Tatjana Trieb als Katja spielt die Enge in der Familie, die Probleme beim Erwachsen werden und die Ängste die sie umtreiben, so bedingungslos aus, dass einem bisweilen Angst und Bange werden kann. Robert Gwisdeck als möglicherweise todgeweihter Johann erzeugt eine vollkommen wirksame Mischung aus Hoffen und Resignation.





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Land: Deutschland
Jahr: 1999
Genre: Drama
Länge: 95 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 25.01.2001
Regie: Anno Saul
Darsteller: Gina Friederichs, Barry Gordon, Martina Gedeck
Verleih: Central Film

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