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Kritik: Grüne Wüste (1999)


Bedingungslose Emotionalität ist der Schlüssel zu "Grüne Wüste". Selten gelingt es einem Film so extrem darin zu schwelgen und dennoch wahrhaftig zu bleiben.

Im Zentrum stehen die beiden Kinder Katja und Johann. Gemeinsam kreieren sie eine Phantasiewelt um edle Ritter und Ehre, der sie in einer Burgruine im nahen Wald Gestalt verleihen. Diese Welt ist für beide das Gegengewicht zur unangenehmen Familiensituation. Denn Katjas Mutter geht mehr oder weniger offen mit Johanns Vater fremd. Ihr Vater erscheint Katja wie ein Schlappschwanz, da er nichts dagegen tut. Johann hat keine Mutter mehr. Zwischen den beiden Kindern entwickelt sich langsam eine zarte Bande, an der sie sich festhalten. Aber dann muss Johann ins Krankenhaus. Die Diagnose: Leukämie. Ob er überleben wird ist trotz der modernen Medizin ungewiss. Katja jedoch will alles tun, um ihm zu helfen wieder gesund zu werden.

Mit den Mitteln eines Märchens geht "Grüne Wüste" zu Werke, wenn es um die Phantasiewelt der Kinder geht. Da taucht auch schon mal tatsächlich ein Ritter in voller Rüstung auf, der neben dem fahrenden Wagen her reitet. Differenziert zeichnet der Film die Lebensumstände in dem kleinen vollkommen vom grünen Wald umgebenden Dorf. Die so bezeichnete grüne Wüste ist Fluchtpunkt mitgenommener Kinderseelen und wird zum zauberhaften Traumland, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Tatjana Trieb als Katja spielt die Enge in der Familie, die Probleme beim Erwachsen werden und die Ängste die sie umtreiben, so bedingungslos aus, dass einem bisweilen Angst und Bange werden kann. Robert Gwisdeck als möglicherweise todgeweihter Johann erzeugt eine vollkommen wirksame Mischung aus Hoffen und Resignation.





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