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Kritik: Aus Liebe zum Spiel (1999)


Schon Sam Raimis letzter Film "Ein einfacher Plan" ließ das Schlimmste befürchten. Der fatalistische Schnee-Thriller lebte allein von seinem furiosen Drehbuch. Die Regie war banal und beliebig. Und das war erstaunlich genug für einen Regisseur, der in den 80er Jahren geradezu als Ikone des Genrefilms galt. Seine vor extravaganter Ästhetik und virtuoser Bildgestaltung schier berstende "Tanz der Teufel" - Triologie ist Kult schlechthin und hat Filmgeschichte geschrieben. Aber auch die folgenden Filme "Darkman", "Crimewave" und "Schneller als der Tod" waren verspielte und witzige Genrevariationen.

Und nun das: "Aus Liebe zum Spiel" ist ein stinklangweiliger, erzreaktionärer, stümperhaft gefilmter und entwickelter Sportfilm der allerübelsten Sorte. Ein Absturz in den Mainstream wäre unter Umständen verzeihlich gewesen, hätte das Handwerk wenigstens gestimmt. Aber an diesem öden Baseball-Filmchen stimmt überhaupt nichts. Eine uninteressante Geschichte wird dramaturgisch holprig erzählt. Die Inszenierung ist gelinde gesagt ungelenk, die Dialoge z.T. hahnebüchend plakativ.

Hier also (und eigentlich auch nur um die Seite zu füllen) ein paar Sätze zur Geschichte: Der mit 40 in die Jahre gekommene Baseball-Pitcher Billy Chapel steht vor dem letzten Spiel seiner Detroit Tigers. Der Verein soll verkauft werden, und ob der neue Besitzer den alternden Star übernimmt, erscheint mehr als fraglich. Zu allem Überfluss eröffnet ihm kurz vor Spielbeginn auch noch seine langjährige Freundin Jane, dass sie gedenkt, ihn zu verlassen.

Viel Zeit, die Tiefschläge zu verdauen, hat Billy nicht, denn schon beginnt sein letztes Spiel. Im Verlauf der Begegnung zieht in diversen Flashbacks die Beziehung zu Jane an seinem inneren Auge vorbei. In der Rückschau wird ihm immer deutlicher, dass er Jane ausgenutzt und seinem Sport stets den Vorrang eingeräumt hat. Nach dem Spiel will er versuchen, die begangenen Fehler zu korrigieren.

Dass man aus Kuriosa wie den amerikanischen Volkssportarten Base- bzw. Football einen packenden Film (ohne das der Sport erklärt wird) machen kann, hat gerade Oliver Stone ("An jedem verdammten Sonntag") bewiesen: ein Film wie ein Orkan. Sam Raimi schafft nicht mal ein lindes Lüftchen. "Aus Liebe zum Spiel", zu allem Überfluss auch noch über zwei Stunden lang, ist gähnend langweilig und mit seinen platten Lebensweisheiten bieder und muffig...mit einem Wort: eine Zumutung und somit genau der richtige Film für Kevin Costner.




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