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Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding
Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding
© Central Film © Senator Film

Kritik: Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding (1999)


"Jackie Brown" im Ruhrgebiet? Tatsächlich wimmelt es in Peter Thorwarths Gangsterballade "Bang Boom Bang" nur so vor schrägen Charakteren, doch die sind - anders als in den meisten deutschen Produktionen - trotz ihrer Fehler originell und liebenswert.

Im Zentrum des Geschehens steht der faule Kiffer Cake (Oliver Korittke), der mächtig in der Klemme steckt: Er hat den größten Teil der Beute des hinter Gittern schmorenden Schwerverbrechers Kalle (Ralf Richter) durchgebracht, und der will - geradewegs aus dem Gefängnis ausgebrochen - nun seine Kohle sehen. So läßt sich Cake in seiner Not mit seinem Kumpel Andi (Markus Knüfken) und dem kleinen Angestellten Schlucke (Martin Semmelrogge) auf einen Bruch bei Kampmann (Diether Krebs) ein - doch damit gehen die Probleme erst so richtig los.

"Bang Boom Bang" ist eine Hymne an den Kleinstadtmief des Ruhrgebiets: Die Qualifikation von Kampmanns Sekretärin (Alexandra Neidel) lautet "90-60-90", und irgendwie sind alle leicht beschränkt. Die Komplikationen nehmen schließlich überhand, von ein paar Längen abgesehen aber ist "Bang Boom Bang" ein ziemlich großer Spaß mit einem genialen Hang zur Absurdität.

Sie machen es einem immer wieder schwer, die deutschen Filmemacher. Da gewöhnt man sich an einen Aufwärtstrend, eine Bewegung weg vom intellektuellen Problemkino, und wo landet man? Mitten im dunkelsten Ruhrpott-Humor. Haben wir gerade Tom Gerhards letzten Filmversuch überstanden und durften uns freuen, daß wir nicht das Schicksal der Kinobesitzer teilen mußten, die ihre Kinos von 'Ballermann 6'-Fans verrampuniert sehen mußten, da kommt schon die nächste Attacke auf die Lach- respektive Gähnmuskulatur auf uns zu: 'Bang Boom Bang', die ultimative Mischung aus Ruhrpott-Lache, Dummdreistigkeit und dilettantischer Tarantino-Plagiatur.

Doch bevor es zu gemein wird: Wenigstens 'Ballermann 6' und Detlev Bucks letztem –gelinde gesagt- Desaster 'Liebe deine Nächste' unterbieten an Qualität noch, was uns Regisseur Thorwarth hier aufzutischen versucht. Dabei könnte man auf die schräge Idee kommen, hier sei ein wirklicher Filmfan am Werke, liest man nur die Liste der Filme, die er zu "beleihen" angeht. Neben einer Ausstattung, die Star Wars' komplette Merchandising-Plattete zu umfassen scheint, finden sich massenhaft Anzeichen des modernen Kinos in Ideen bis Kameraeinstellungen wieder. Zum einen die vollständige Tarantino-Reihe: 'Jackie Brown', 'Pulp Ficition' und 'Reservoir Dogs'. Dazu noch eine Prise John Woo und viiiiel coolem Gelaber. Aber im Gegensatz zu Thomas "Gut geklaut ist auch ganz nett" Jahn, bei dem die Mischung wenigstens funktionierte, schafft Thorwarth nicht ein einziges Mal den Dreh. Timing und Anschluß werden mit größter Sicherheit verhunzt. Nicht einen Moment läßt er seinen Schauspielern die Möglichkeit, ihren Figuren Kontur zu verleihen, bei manchen Darstellern reicht hierzu auch ihr Talent nicht aus. Am meisten weh tut es bei Oliver Korittke, dessen Qualitäten im dumpfen Geschwafel des Drehbuchs untergehen.

Sieht man aber von dem miserablen Timing einmal ab, so scheint der Humor –mit Sicherheit das Subjektivste auf dieser weiten Welt- für Manche zu funktionieren. Dazu ein Beispiel:

In einer Szene erscheint bei einem Fußballspiel plötzlich Til Schweiger mit voller Rasta-Matte auf der Leinwand, um einen Freistoß mitten in die Weichteile eines Gegners zu schießen. Während ich eher mit interessiertem Unverständnis auf die Leinwand starrte, kringelte sich mein rezensierender Nachbar fast durch die Öffnung zwischen Rückenlehne und Sitzpolster. Wem oben beschriebene Szene bei entsprechender Visualisierung (technisch ist der Film wirklich o.k.) zuspricht, der mag seinen Spaß haben. Jedem anderen sei dies als Warnung zugekommen!





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