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Pitch Black - Poster
Pitch Black - Poster
© 2000 UIP

Kritik: Pitch Black - Planet der Finsternis (2000)


In den Weiten des Weltraums und auf bislang unbekannten Planeten gruselt es sich bekanntlich prächtig, wie wir nicht erst seit den stilbildenden Alien-Filmen wissen. Vermutlich liegt dies daran, dass dort, auf unerforschtem Terrain, der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind und somit auch der Gestalt und der zerstörerischen Kraft des Bösen nicht. "Pitch Black", der aktuelle Beitrag zum Thema, hat inhaltlich recht wenig Neues zu bieten. Einmal mehr muss das 10-Kleine-Negerlein-Prinzip den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Dass dies überraschend mühelos gelingt und der Film überhaupt in jeder Beziehung prächtig unterhält , liegt an seiner Machart. Obwohl es eine vergleichsweise kleine Produktion ist, passen die filmischen Formalia hier eindrucksvoll zusammen. Eine nervös-hektische Kamera, unterstützt von einem entsprechenden Schnitt, zieht den Zuschauer vom ersten Moment an geradezu suggestiv in den Bann. Dass die immense Spannung bis zum Ende nie nachlässt, liegt an den überraschenden Wendungen der Geschichte und den immer wieder verblüffenden wenn auch unaufwendigen Special-Effects. Worum geht’s also:

Ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Passagieren ist es, den die Raumfahrerin Fry mit ihrem Schiff durch ferne Galaxien fliegt. Ein Zwischenfall zwingt sie zu einer spektakulären Notlandung auf einem entlegenen Planeten. Die Pilotin und einige der illustren Reisenden überleben. Gemeinsam beginnen sie den ungastlichen Ort zu erforschen. Die Klimabedingungen sind extrem. Eine brütende Hitze hat das Land ausgedörrt, Wasser ist zunächst nicht zu finden. Um zu überleben, müssen sich die völlig unterschiedlichen Menschen gegen ihre Neigung zusammenschließen. Als Anführer kristallisiert sich ausgerechnet der Schwerverbrecher Riddick heraus. Bei der Erkundung der Umgebung stößt die Gruppe auf ein weiteres, offenbar verlassenes Raumschiff.

Während man sich noch in Spekulationen ergeht, was denn mit der anderen Besatzung passiert sein könnte, legt sich überraschend tiefe Dunkelheit über den Planeten. Und mit der Finsternis kommen die Bewohner der fernen Welt aus ihren Löchern. Es sind fremdartige, fliegende Killerkreaturen, die ihren Besuchern aggressiv feindlich entgegentreten. Verzweifelt versuchen die Schiffbrüchigen aus zwei schadhaften Raumschiffen ein brauchbares Fluchtfahrzeug zusammen zu basteln. Die ständigen Angriffe der Einheimischen lichten jedoch alsbald ihre Reihen. Dabei erweisen sich als einzig brauchbare Waffen zur Verteidigung alle Arten von Lichtquellen. Doch die gehen schnell zur Neige, und bald droht die vollständige Dunkelheit...
Innerhalb des Science-Fiction-Horror Genre ragt "Pitch Black" so haushoch heraus, dass man sich den Namen des Regisseurs merken sollte. David T. Twohy heißt der Mann, der hier auf selten eindrucksvolle Art und Weise die Fäden zusammenhält und "Pitch Black" zu einer finsteren Phantasie wie aus einem Guss gemacht hat. Mit zum Gelingen des Ganzen bei trägt übrigens eine überraschend dezente aber höchst effektive Musikuntermalung. Und wem all die handwerkliche Perfektion noch nicht genug ist, der kann sich ja auf die fast schon philosophische Tiefe, mit der hier das Thema Dunkelheit "ausgeleuchtet" wird, konzentrieren.

Thomas

Das ist eine kleine Sensation: trotz einer lapidaren Variation des "Alien"-Prinzips, gelingt David Twohy ein schnörkelloser Science-Fiction-Thriller, der nicht nur über visuelle Eigenständigkeit, sondern auch eine packende Story verfügt. Twohy nutzt ausgereifte technische Standards zur Spannungserzeugung. Aber er exponiert auch Figuren mit charakterlichen Konturen, die im atemlosen Überlebenskampf Akzente setzen. Das erfolgreiche Zusammenspiel beider Elemente ist in diesem Genre eine lang vermisste Tugend.

Blockbusterkino, das an seinen selbstverliebten Effekten meist elend erstickt, kann sich an "Pitch Black" eine sehr große Scheibe abschneiden. Neben dem innovativen Look und einigen beeindruckenden Effekten (darunter eine Sonnenfinsternis und anschließend ausschwärmende Biester) bemüht sich Twohy um eine abgeschlossene Vision, die sich durch Stimmigkeit auszeichnet. Der erstaunlich preisgünstige Alienhorror wirkt wie ein sündhaft teures Spektakel, das jedoch vom Fehlen sämtlichen Studio-Ballasts und aller Star-Allüren profitiert.

Dass die beklemmende Intensität der ersten beiden "Alien"-Filme nicht erreicht wird, steht außer Frage. Dennoch: ein derart charismatischer Halunke (Vin Diesel) als (Anti)Held und ständige Konflikte zwischen der Besatzung lassen weder Spannungs- noch Unterhaltungsniveau abflauen. Und die gespenstischen, blitzschnellen Attacken der grauschuppigen Fleischfresser sind ausnahmslos mitreißend. Noch Twohys letzter Film, der ambitionierte "The Arrival" war ein B-Movie. "Pitch Black" hat diese formale Hülle gesprengt. Darunter zeigt sich ein erstklassiger Schocker, der trotz vieler CGIs wie aus Fleisch und Blut wirkt.





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