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'Ende August, Anfang September'
'Ende August, Anfang September'
© Peripher

Kritik: Ende August, Anfang September (1998)


"Können Geschichten wirklich die Welt beschreiben?" fragt sich Olivier Assayas in seinem 13. Film. Das darf bezweifelt werden. Sein neuer Film kreist gleich um ein gutes Dutzend Personen, ihre Beziehungen, ihre Sorgen. Ihr Leben, aber auch Sterben.

In einfachen Bildern, sprunghaft, trotzdem schnörkellos entfaltet der französische Regisseur die Beobachtungen eines Freundeskreises. Unspektakulär verfolgt er den Lebensabschnitt von Gabriel, Jenny, Anne und ein paar weiteren Personen. Existenzkrisen, den Sinn des Lebens und Tod sind Themen seines wortlastigen Versuchs, ein originär französisches Thema mit dokumentarischen Anstrich zu versehen. Fast schon dogmatisch wirft er den Zuschauer in ein unvermitteltes Realdrama, dessen ausgewaschene Farben und minimalistische Schlichtheit sein Anliegen betont. Permanent philosophierende Alltag-Charaktere mit Alltags-Sorgen, trotzdem fremd und unnahbar.

Das liegt vor allem an den innerlich gebrochenen Menschen, die als Identifikationsfiguren in Frage kommen. Aber auch an der Menge seiner Charaktere. Vielleicht aber auch an der gnadenlosen Authentizität. Assayas löst keine Probleme, er zeigt sie unkommentiert. Die Suche der Figuren nach Liebe endet beim hastigen Sex, Sex endet unbefriedigt im Streit. Es wird viel geredet, aber wenig kommuniziert.

"Ende August, Anfang September" hat weder einen dramaturgischen Anfang noch ein Ende. In sechs Kapitel aufgeteilt hört er irgendwann einfach auf und läßt dem Zuschauer sich ein eigenes Bild machen. Denn das schönste ist: er moralisiert nicht, liefert keine vorgefertigten Gefühle. Kein überlebensgroßer, sondern ein lebensnaher Film.




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