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Kritik: Lucky's großes Abenteuer (2000)


"Luckys große Abenteuer" hätte ein wirklich großer Film werden können. Er hat großartige Bilder und klasse Musik, nur fast schon peinliche Dialoge sorgen dafür, dass man den Film selten wirklich ernst nehmen kann.
Pferdefilme sind so eine Sache für sich. Mich interessieren sie ehrlich gesagt nicht besonders. Meistens wird da die Leistung eines tollen Hengstes gepriesen – eine Leistung, die mir persönlich vollkommen egal ist. Dies ist in "Luckys große Abenteuer" ein wenig anders. Es gab Momente, in denen selbst mich die Faszination für diese Tiere übermannte.
Traurig, dass die Story so schnell in Klischees versinken muss. Die Feindschaft zwischen zwei Pferden, bei der Vater Hengst seine Tochter nicht an den jungen Mischling abgeben will, wirkt selbst für einen Kinderfilm arg konstruiert. Sobald die Erzählerstimme aus dem Off ertönt und uns von Luckys tollen Gefühlen berichtet, macht "Luckys große Abenteuer" einen Hechtsprung in Richtung unfreiwillige Komik, dazu wirken auch manche andere Dialoge recht seltsam.
Dies ist doppelt schade, wenn man bedenkt, dass Sergei Borov eigentlich auf wunderschöne Art und Weise mit Bildern erzählen kann. In den vielen Sequenzen, die nur mit Bildern und Musik arbeiten, mag "Lucky" zeitweise wirklich klasse unterhalten. Dort schafft der Film es, uns aus dem Sessel zu erheben, so dass wir uns fast in Afrika wiederfinden. Die wirklich guten Akteure des Films sind Kameramann Dan Lausten und Komponist Nicola Piovani. Die hölzernen Schauspieler werden dafür zeitweise von den insgesammt 10 Pferden, die Lucky mimten, an die Stallwand gespielt. Da aber eben diese Klepper sowieso die Leinwand weitaus am Häufigsten bevölkern, fällt dies nur selten ins Gewicht.
Die Momente, in denen Pferde mit typisch russischen Pathos die Wüste hinunterpreschen dürfen, wären einen besseren Film wert gewesen. Vergleicht man "Luckys große Abenteuer" mit Filmen wie "Der Bär", den Produzent Jean-Jacques Annaud selbst einst inszenierte, fällt Bodrovs Film kläglich ab. Vielleicht liegt es daran, dass man jeden Moment spürt, dass hier Familienentertainment geplant war. Zu bemüht ist die Kinderfreundlichkeit, was in dem oben erwähnten Erzähler auch nur seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Es ist schade, dass hierfür so viel Talent geopfert werden musste.




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