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Kritik: Lola und Bilidikid (1998)


Lediglich quantitativ festigt Regisseur Kutlug Ataman in seinem dritten Spielfilm die Position des türkischen Immigranten-Kinos, das sich selbstbewußt eine Nische in den Programmkinos erkämpft hat: Sein gleichermaßen formelhaftes wie spannungsloses Denkmal an die Berliner Schwulenszene vermittelt dank seiner ungenützter Möglichkeiten einen faden Beigeschmack.

Dem gutgemeinten Engagement für die problembeladene Homosexuellen-Subkultur stehen eklatante Schwächen in involvierender Dramaturgie, adäquater Schauspielerführung und mangelnde künstlerische Reife gegenüber. "Lola und Bilidikid" wirkt larmoyant, gleichzeitig emotional deprimierend und mitunter bemüht dokumentarisch, es fehlt an menschlicher Eigenständigkeit und einheitlicher Form. Mit einer blutstarrenden Schießerei im Stil von Tarantino schielt Ataman auf den kommerziellen Erfolg, erreicht aber lediglich eine belustigende Karikatur seines Vorbildes. An seinen besten Stellen amüsiert Atamans Film, meist deprimiert die technisch akzeptable Schonkost jedoch, anstatt Perspektiven zu öffnen.

Ähnlich Fatih Akins "Kurz und schmerzlos" polarisiert Ataman mit seiner unsympathischen, stereotyp-plakativen Darstellung des Berliner Untergrunds die Ansichten des Zuschauers und bewirkt so eher Intoleranz als den Abbau von Vorurteilen.





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