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Angel Express (1998)

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Berlin, Ende der 90er Jahre: Flashlights auf junge Großstadthelden - Menschen, für die Sex und Zärtlichkeit, Machtgier und Freundschaft keine Gegensätze, sondern gelebter Alltag sind. Wie die Kugeln eines Flipperautomaten driftet man durch das Chaos, auf der Suche nach sich selbst und anderen. Iris, die ihren Job als Fotografin gern mit kleinen illegalen Geschäften verbindet, Liv, eine kleine Nutte, N.K. der mit Waffen dealt, Patrick, ein junger Exzentriker, der vom Überleben durch Luxus träumt und Svenja sind keinem Abenteuer abgeneigt...

Filmkritik

Mit allen Mitteln der Technik versucht "Angel Express" in eine fremde Welt jenseits der vielzitierten Generation X einzutauchen. Durch die eigenwillige Kombination aus monoton tristen Eindrücken und hypnotisierenden Bildstakkato ergibt sich ein eigenwilliger Rhythmus, der die klassische Form des Erzählens außen vor läßt. Statt dessen sucht er Fragmente, Eindrücke von sich gängigen Definitionen entziehenden Existenzen die vor dem kalten Stadtflair in ihrer eigenen Welt aus Drogen, Sex und lärmenden Big Beats leben.

Der bizarre Reigen entpuppt sich als stilistisch entfremdeter Essay, der seine zahlreichen Elemente zu einem eklektizistischen Schmelztiegel verarbeitet und wie seine Figuren ziellos, verbindungslos und launisch vorbeizieht, ohne eine klare Aussage zu treffen. Bevor Sicherheiten oder Vertrauen entsteht, verflüchtigt sich das gerade entstandene Bild und fließt in die nachfolgenden Impression über. Rauschartig wechseln die Beziehungen der Charaktere, deren depressive Umgebung Prostitution, Kriminalität wie selbstverständlich beinhaltet, in der kaputte Menschen nach einem Ort des Friedens, der Liebe forschen.

Rolf Peter Kahl, der Produzent von "Sylvester Countdown" hat sich mit der Formulierung einer unzusammenhängenden Kultur, einer pervertierter Individualgesellschaft, die nur höhnisch über Begriffe wie "postmodern" lacht, viel vorgenommen. Seine mitunter schwer zugänglichen Beobachtungen reichen von Absurdität bis zu ausufernder Satire, die allemal abgehackte Dramaturgie entzieht sich systematisch einer regulären Rezeption. Mit "Angel Express" entstand ein experimenteller Videoclip mit einer überstrapazierten "No Future"-Aussage, dessen Reiz vor allem in der hippen Thematik steckt.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 1998
Genre: Dokumentation
Länge: 82 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 15.04.1999
Regie: Rolf Peter Kahl
Darsteller: Chris Hohenester als Iris von Than, Wilfried Hochholdinger als N. K., Dave Allert als Jan C.
Verleih: Independent Partners



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