VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Angel Express (1998)


Mit allen Mitteln der Technik versucht "Angel Express" in eine fremde Welt jenseits der vielzitierten Generation X einzutauchen. Durch die eigenwillige Kombination aus monoton tristen Eindrücken und hypnotisierenden Bildstakkato ergibt sich ein eigenwilliger Rhythmus, der die klassische Form des Erzählens außen vor läßt. Statt dessen sucht er Fragmente, Eindrücke von sich gängigen Definitionen entziehenden Existenzen die vor dem kalten Stadtflair in ihrer eigenen Welt aus Drogen, Sex und lärmenden Big Beats leben.

Der bizarre Reigen entpuppt sich als stilistisch entfremdeter Essay, der seine zahlreichen Elemente zu einem eklektizistischen Schmelztiegel verarbeitet und wie seine Figuren ziellos, verbindungslos und launisch vorbeizieht, ohne eine klare Aussage zu treffen. Bevor Sicherheiten oder Vertrauen entsteht, verflüchtigt sich das gerade entstandene Bild und fließt in die nachfolgenden Impression über. Rauschartig wechseln die Beziehungen der Charaktere, deren depressive Umgebung Prostitution, Kriminalität wie selbstverständlich beinhaltet, in der kaputte Menschen nach einem Ort des Friedens, der Liebe forschen.

Rolf Peter Kahl, der Produzent von "Sylvester Countdown" hat sich mit der Formulierung einer unzusammenhängenden Kultur, einer pervertierter Individualgesellschaft, die nur höhnisch über Begriffe wie "postmodern" lacht, viel vorgenommen. Seine mitunter schwer zugänglichen Beobachtungen reichen von Absurdität bis zu ausufernder Satire, die allemal abgehackte Dramaturgie entzieht sich systematisch einer regulären Rezeption. Mit "Angel Express" entstand ein experimenteller Videoclip mit einer überstrapazierten "No Future"-Aussage, dessen Reiz vor allem in der hippen Thematik steckt.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.