oder

Kiriku und die Zauberin (1998)

Kirikou et la sorciere

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.6 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 5 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Basierend auf einem afrikanischen Märchen erzählt "Kiriku und die Zauberin" die Geschichte von einem kleinen Jungen, der sich dazu berufen fühlt, sein kleines Dorf von einem bösen Fluch zu befreien: von Karaba, der Zauberin.
Ganz weit abgelegen, am Rande des Dorfes, lauert die Gefahr: Von ihren treuen Gefolgen umgeben, treibt Karaba gnadenlos ihr Unwesen. So hat das Dorf dank ihrer Arglist, keinen Frühling mehr; die wichtige Wasserquelle ist versiegt und auch die Männer des Dorfes, die sich mutig gegen sie auflehnen, fallen ihrem faulen Zauber zum Opfer.
Da stellt sich Kiriku tapfer seinem Onkel zur Seite, um Karaba endgültig von ihren Taten abzubringen - dabei ist er es, der die alles-entscheidende Frage stellt, warum Karaba eigentlich böse ist...

Filmkritik

Ohne erhobenen Zeigefinger teilt der aus Frankreich stammende Zeichentrickfilm seine Moral aus. Das in Afrika angesiedelte Abenteuer eines schon vor der Geburt sprechenden Erlösers mag einfach animiert sein, doch trifft es differenzierte Aussagen über Konflikte. Es beobachtete genau die Verhaltensweisen von Menschen und enttarnt diese als von ihren Vorurteilen ferngesteuerte Wesen, die sich larmoyant in ihr Schicksal fügen.

Manchmal hält uns Regisseur Michel Ozelot den Spiegel zu deutlich vor. Meist aber erfüllt "Kiriku und die Zauberin" eine pädagogische Funktion für Kinder und gibt gleichzeitig einen Denkanstoß für Erwachsene. Disney-verwöhnte werden angesichts der fehlenden Perfektion der in einfachen Brauntönen gehaltenen Zeichnungen schlucken. Diesen Nachteil gleicht Ozelot durch Intelligenz und Lehrreichtum spielend aus. Mit dem primitiven Moralbotschaften der aalglatter Disney-Fabrik hat sein Film nämlich wenig am Hut.

Streckenweise ist "Kiriku" gar kopflastiger Diskurs über den Ursprung von Hass und Leiden. Doch die mit der exotischen Musik des nicht gerade unbekannten Youssn´dour unterlegte Do-it-Yourself-Fabel regt zur aktiven Mitarbeit an. Im Zeitalter von unsinnig teuren High-End-Animationen verströmt das handgemachte Märchen den Charme verlorener Weisheit.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich, Luxemburg, Belgien
Jahr: 1998
Genre: Animation
Länge: 74 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 29.06.2000
Regie: Michel Ocelot
Verleih: MFA Film



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