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Beschkempir (1998)

Beshkempir

Das Spielfilmdebüt des Filmemachers Aktan Abdikalikov:User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.


"Beschkempir", handelt von einem Jungen, der in einem Dorf, im "wilden" Kirgisien aufwächst, und dessen Pubertät begleitet und geprägt wird durch die politischen und sozialen Missstände im Land.

Beschkempir ist ein aufgeweckter Junge, der die Ereignisse in seiner Umgebung zwar noch nicht ganz nachvollziehen, und doch nachempfinden kann. Sich intuitiv dagegen anlehnend, verbringen er und seine Freunde ihre freie Zeit damit, Eier zu stehlen, den Frauen nachzuspähen und Frauenfiguren aus Sand zu formen, mit denen sie einen Geschlechtsakt vorspielen.
Seinem Freund, einem Filmvorführer, hilft er dabei, das Herz eines Mädchen zu erobern.
Doch als es um die eigenen Bedürfnisse geht, gerät Beschkempir in einen Konflikt mit seinem besten Freund, der ihn bei dem Kampf eher seelisch, als physisch verletzt: "Du bist doch nur ein Waisenkind, ein Findling!"
Damit beginnt die innere Odyssee des jungen Beschkempirs - auf der Suche nach der Wahrheit und ihrem Grund....

Filmkritik

Nur selten stammt ein Film aus dem abgelegenen Kirgisien. Genau drei listet die imdb auf, die sich ihren Weg aus der ehemaligen sowjetischen Republik gebahnt haben. Durch verschiedene Festivals tourte "Beschkempir", eine genügsame Geschichte von einer Kindheit auf dem Lande – Erwachsenwerden, Selbstfindung und Tod inklusive.

Einfachheit beherrscht die Schwarzweißaufnahmen, deren sublime Ruhe den Ton angibt. Nur hin und wieder flackert aus unerfindlichen Gründen eine farbige Einstellung auf. Vom unbeschwerten Spiel des jungen Mittelpunkts und seinen Freunden ungerührt, haftet die Kamera in langen Einstellungen auf Einzelheiten. Die überschauliche Geometrie des Alltags entfaltet sich in einer detailfixierten Askese: ein stilistischer Minimalismus, dessen Natürlichkeit den Hang des Regisseurs zur bildenden Kunst unterstreicht.

Der 42-jährige Regiedebütant und Bühnenbildner Aktan Abdikalikov nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die gleichwohl zeitlos ist. Die archaische Geschichte gibt Einblick in eine Zivilisation wie aus einem vergangenen Jahrhundert, beschwört indes seine Universalität. Jungs sind Jungs, überall auf der Welt. Das überbrückt die Distanz zu der fremden Kultur und schafft Vertrauen.

Als traditioneller Heimatfilm um ein konfliktäres Individuum steht das verhalten poetische Werk in der Nähe iranischer Produktionen wie "Der Apfel" und "Himmelskinder", bietet sich also einem aufgeschlossenen Filmkunstpublikum an.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Kirgistan, Frankreich
Jahr: 1998
Genre: Drama
Länge: 81 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 09.12.1999
Regie:
Darsteller: Mirlan Cinkozoev, Mirlan Abdykalykov, Adir Abilkassimov
Verleih: Neue Visionen



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