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Kritik: Beschkempir (1998)


Nur selten stammt ein Film aus dem abgelegenen Kirgisien. Genau drei listet die imdb auf, die sich ihren Weg aus der ehemaligen sowjetischen Republik gebahnt haben. Durch verschiedene Festivals tourte "Beschkempir", eine genügsame Geschichte von einer Kindheit auf dem Lande – Erwachsenwerden, Selbstfindung und Tod inklusive.

Einfachheit beherrscht die Schwarzweißaufnahmen, deren sublime Ruhe den Ton angibt. Nur hin und wieder flackert aus unerfindlichen Gründen eine farbige Einstellung auf. Vom unbeschwerten Spiel des jungen Mittelpunkts und seinen Freunden ungerührt, haftet die Kamera in langen Einstellungen auf Einzelheiten. Die überschauliche Geometrie des Alltags entfaltet sich in einer detailfixierten Askese: ein stilistischer Minimalismus, dessen Natürlichkeit den Hang des Regisseurs zur bildenden Kunst unterstreicht.

Der 42-jährige Regiedebütant und Bühnenbildner Aktan Abdikalikov nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die gleichwohl zeitlos ist. Die archaische Geschichte gibt Einblick in eine Zivilisation wie aus einem vergangenen Jahrhundert, beschwört indes seine Universalität. Jungs sind Jungs, überall auf der Welt. Das überbrückt die Distanz zu der fremden Kultur und schafft Vertrauen.

Als traditioneller Heimatfilm um ein konfliktäres Individuum steht das verhalten poetische Werk in der Nähe iranischer Produktionen wie "Der Apfel" und "Himmelskinder", bietet sich also einem aufgeschlossenen Filmkunstpublikum an.





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