oder

Mifune (Dogma 3) (1999)

Mifunes Sidste Sang - Dogme 3

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Dumm gelaufen, Kresten. Gerade hat er eine Frau geheiratet, die im Bett schreit wie am Spieß; mit einem Schwiegervater, dem das Geld aus den Ohren quillt. Alles prima, möchte man meinen.

Da klingelt das verdammte Telefon und er wird zurück in seine ländliche Vergangenheit gerissen, die Kresten als imagebewußter Yuppie immer so gut geheimhalten konnte. Doch bei aller Abgebrühtheit ist er eine gute Seele. Und als er nun anläßlich des Todes seines Vaters auf den Bauernhof aus Jugendtagen zurückkehrt, nimmt er sich sogleich seines liebenswerten zurückgebliebenen Bruders Rud an. Denn in einem Heim hat der Ufo- und Toshiro Mifune-Fan rein gar nichts verloren.

Nun liegt es an Kresten - völlig überfordert - mit lauten Lügen erst mal seine neugierige Frau auf Abstand zu halten und zur Hilfe lieber per Annonce eine viel zu hübsche Haushälterin anzuheuern. Liva hat vorher freilich auch nicht gerade hinterm Deich gelebt, sondern in Kopenhagen als Hure gearbeitet. Muß ja keiner wissen. Und so lernen sich die drei beim gemeinsamen Hühnerjagen, Spleenpflegen sowie beim gegenseitigen Hofmachen immer mehr zu schätzen. Was Krestens hysterische Frau oder auch Livas rotzfrecher Bruder Bjarke alsbald zu verhindern versuchen...

Filmkritik

Zum dritten Mal schlagen die Dogmatiker zu: Nach "Das Fest" und "Idioten" ist Sören Kragh-Jacobsens Familienfilm "Mifune" ein liebenswerter Gegenpol zu den von wüster Ernsthaftigkeit geprägten Werken seiner dänischen Kollegen Thomas Vinterberg und Lars von Trier.

"Mifune" erzählt von Kresten (Anders W. Berthelsen), einem frischverheirateten Yuppie aus Kopenhagen, der nach dem Tod des Vaters in seinem Heimatdorf den Nachlaß regeln und sich um das heruntergekommene Anwesen sowie den dort lebenden debilen Bruder (Jesper Asholt) kümmern muß. Um ihm das Pflegeheim zu ersparen, engagiert Kresten eine Haushälterin: Die reizende Liva (Iben Hjejle), eine Prostituierte auf der Flucht, wirbelt das Leben der ungleichen Brüder kräftig durcheinander.

Eine "dogmatische" Komödie ist "Mifune" also, doch mit dem eigenen cineastischen Reinheitsgebot nimmt es der 52 Jahre alte Filmemacher in diesem Fall nicht so genau. Ein Fenster habe er mit einem schwarzen Tuch verhängt, gestand der Regisseur im Interview Zerknischung heuchelnd, und einiges mehr: So habe er das Mobiliar im Haus verschoben, Hühner vom Nachbarhof herbeigetrieben und seinen Lieblings-Comic vor der Kamera ausgelegt.

Dies alles ist laut Dogma-Regeln strikt verboten, dem Film aber schadet es keineswegs: Die lakonische Geschichte – zwischen heiter, rührend und romantisch – zeigt, daß es auch anders geht und Dogma-Streifen nicht bedrückend sein müssen.




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Land: Dänemark, Schweden
Jahr: 1999
Genre: Komödie
Länge: 98 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 27.05.1999
Regie: Søren Kragh-Jacobsen
Darsteller: Emil Tarding, Iben Hjejle, Jesper Asholt
Verleih: Concorde

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