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Kritik: Mifune (Dogma 3) (1999)


Zum dritten Mal schlagen die Dogmatiker zu: Nach "Das Fest" und "Idioten" ist Sören Kragh-Jacobsens Familienfilm "Mifune" ein liebenswerter Gegenpol zu den von wüster Ernsthaftigkeit geprägten Werken seiner dänischen Kollegen Thomas Vinterberg und Lars von Trier.

"Mifune" erzählt von Kresten (Anders W. Berthelsen), einem frischverheirateten Yuppie aus Kopenhagen, der nach dem Tod des Vaters in seinem Heimatdorf den Nachlaß regeln und sich um das heruntergekommene Anwesen sowie den dort lebenden debilen Bruder (Jesper Asholt) kümmern muß. Um ihm das Pflegeheim zu ersparen, engagiert Kresten eine Haushälterin: Die reizende Liva (Iben Hjejle), eine Prostituierte auf der Flucht, wirbelt das Leben der ungleichen Brüder kräftig durcheinander.

Eine "dogmatische" Komödie ist "Mifune" also, doch mit dem eigenen cineastischen Reinheitsgebot nimmt es der 52 Jahre alte Filmemacher in diesem Fall nicht so genau. Ein Fenster habe er mit einem schwarzen Tuch verhängt, gestand der Regisseur im Interview Zerknischung heuchelnd, und einiges mehr: So habe er das Mobiliar im Haus verschoben, Hühner vom Nachbarhof herbeigetrieben und seinen Lieblings-Comic vor der Kamera ausgelegt.

Dies alles ist laut Dogma-Regeln strikt verboten, dem Film aber schadet es keineswegs: Die lakonische Geschichte – zwischen heiter, rührend und romantisch – zeigt, daß es auch anders geht und Dogma-Streifen nicht bedrückend sein müssen.





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