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Kritik: Woman on Top (1999)


Wer beim Titel an Sex, Sex und Sex denkt, der ist in dieser leichten Sommerkomödie, die aber trotzdem im Herbst startet, völlig falsch aufgehoben. Die Phrase ist zwar schon eine Anspielung auf sexuelle Vorlieben, bleibt jedoch als verbaler running-gag außerhalb des Bildes. Mit einer schönen Frau kann der Film dennoch dienen.

Penélope Cruz macht den ganzen Film über das, was sie auch ohne jedes Drehbuch perfekt kann, sie ist umwerfend. Ansonsten präsentiert „Woman on Top“ eine altbekannte Geschichte, die mit ein paar kleinen, abgedrehten Einlagen aufgepeppt wird. Da gibt es zum Beispiel putzige Voodo-Zaubereien, die Drag-Queen, welche natürlich fast immer gut drauf ist und ausgezeichnete Ratschläge für beide Geschlechter parat hat oder aber die sympathischen Sänger. Dass sich trotzdem echte Romantik nicht einstellen will, liegt einfach an den Männerfiguren. Der Produzent von Isabellas Fernseh-Koch-Show ist viel zu harmlos und nett, um als Love-Interest ernst genommen zu werden, und der scheinbar hemmungslos romantische Brasilianer zeichnet sich außer, dass er seine Frau betrogen hat, nur noch durch abgeschmackte Sprüche aus („Du bist meine Frau, meine einzige Liebe“). Ja, daran hätte er mal denken sollen als er mit der anderen in die Kiste gestiegen ist.

So bleibt leider nur eine romantische Komödie mit ein paar netten Witzen, aber ohne Romantik übrig.

Stefan Dabrock


Dieser Film kommt im November reichlich spät in unsere Kinos, denn eigentlich ist das ein ausgesprochener Sommerfilm - und wird von der Fox auch als solcher beworben. Und wie bei Sommerfilmen üblich, ist "Woman on Top" nett, beschwingt, aber nicht besonders geistreich. Obwohl der Film zeitweise in Brasilien spielt, mit Penélope Cruz ("Alles über meine Mutter") eine Spanierin und mit Murilo Benicio einen Brasilianer in den Hauptrollen besetzt hat und die Regisseurin aus Venezuela stammt, so ist dies doch ein amerikanischer Film - was deutlich spürbar ist.
Von Beginn an wird klar, daß es sich um eine Komödie handelt: Senora Cruz - eine Meisterköchin, die in der Küche des Restaurants ihres Manns Murilo Benicio schuftet - verläßt diesen, als der sie betrügt. Sie fliegt nach San Francisco, wo sie bei einem transsexuellen Freund unterkommt, und wird für eine Kochsendung im Fernsehen entdeckt. Bald begeistern sich alle Männer der Westküste für die Fernsehköchin - sehr zum Verdruß ihres Manns, der sie wieder nach Brasilien holen will.
Eine Frau, deren Liebe sich über das Essen mitteilt? Ja, richtig, das gab´s schon mal 1992 in dem mexikanischen "Bittersüße Schokolade", der einer der bekanntesten Vertreter des "Poetischen Realismus" wurde. Doch "Woman on Top" macht den Unterschied: Der ist so lustig-fluffig, daß er sich zwar sehr um Poesie bemüht, aber von Realismus ist keine Rede mehr. Der ganz auf Penélope Cruz zugeschnittene Streifen bietet dabei einige umwerfend komische Gags und seine gute Stimmung ist ansteckend, aber die Handlung ist so banal, strotzt von Klischees und muß sich derart strecken, um die gerade mal 80 Minuten Laufzeit zu schaffen, daß man nicht umhinkommt zu mosern, daß gute Gags noch besser wären, wenn die Geschichte drumherum nicht so schwächlich und dann ausgewalzt wäre.
Zum Aufhellen trüber Novembertage mag "Woman on Top" ausreichen, aber für einen genußreichen Abend kann ein Besuch im Lieblingsrestaurant eher Freude über 80 Minuten hinaus bieten.





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