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Oliver Korittke, Arman Inci - Eine Hand voll Gras
Oliver Korittke, Arman Inci - Eine Hand voll Gras
© Kinowelt

Eine Hand voll Gras (2000)

Kendal, 10 Jahre alt, ist gerade in Hamburg angekommen.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Alles soll schöner sein in diesem Land jenseits der schneebedeckten Berge Kurdistans. Doch schon bald weist ihn der Onkel in seine neue Arbeit als Drogendealer ein. Zum Glück lernt er durch Zufall den Taxifahrer Hellkamp kennen, der Kendal sofort in sein Herz schließt und für den Jungen zum großen Bruder wird. Als Kendal sich dann mit dem Nachbarmädchen Franziska anfreundet, scheint seine Welt wieder in Ordnung zu kommen...

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Filmkritik

Am liebsten dreht er Filme im Hochglanz von Hollywoods Großproduktionen: Roland Suso Richter, der zuletzt mit dem kontroversen "Nichts als die Wahrheit" ignoriert wurde. Sein reißerischer Knast-Thriller "14 Tage lebenslänglich" war noch ein Hit - dem heimischen Publikum war der Wandel von dessen typisch amerikanischer Geschichte zur unangenehmen Konfrontation mit der Vergangenheit wohl übel aufgestoßen. Dabei hatte Richter Mut und Ambitionen bewiesen. Wie auch hier. Der 39jährige mit fast zwei Jahrzehnten praktischer Erfahrung nähert sich einem ausgefallenen Problemfeld, dem er diesmal auch stilistisch Rechnung trägt: schmutzige, blasse Bilder lassen Hamburgs Straßen noch trostloser aussehen, als sie ohnehin sind. Ungleich deprimierender ist jedoch die heuchlerische Sensibilität mit der Richter das Reizthema anpackt. Realistisch und anklagend sollen die Bilder sein, statt dessen sind sie manipulativ und larmoyant. Angesichts der moralischen und gesellschaftlichen Bedeutung, die der sozialpolitische Brennstoff enthält, handelt Richter grob fahrlässig. Dass er derart am Fokus vorbeifilmt, verwundert in Anbetracht seiner Routine: Ein Plot ohne roten Faden tritt überwiegend auf der Stelle, keine Figur keimt auf und "Spannungskurve" bleibt ein Fremdwort. Dabei gibt der kleine Arman Inci eine Glanzleistung, die Oliver Korritke in nichts nachsteht. Ärgerlich. "Eine Hand voll Gras" arbeitet gegen den Zuschauer. Als Betrachter ist man ja gewillt, für ein packende, authentische Story auf schnelle Bedürfnisbefriedigung, vulgo Action, zu verzichten. Doch Richter lässt einen im Unklaren, was und vor allem wohin er will. Statt seine Handlung zu verdichten, verweilt er lieber so lange auf einzelnen Szenen, bis alles breitgetreten wurde: Dramatik, Empathie, Substanz. Ohne diese sind auch Mut und Ambitionen nichts wert. Fazit: Ein desolates Exempel, wie ein brisantes Problem mit filmischer Fahrlässigkeit zu Grunde gerichtet werden kann.




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Land: Deutschland
Jahr: 2000
Genre: Drama
Länge: 114 Minuten
Kinostart: 02.11.2000
Regie: Roland Suso Richter
Darsteller: Oliver Korittke, Lisa Martinek, Jürgen Hentsch
Verleih: Kinowelt

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