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Guest House Paradiso - Rik Mayall
Guest House Paradiso - Rik Mayall
© United International Pictures

Kritik: Guest House Paradiso (2000)


Wenn die Anzeichen nicht täuschen, könnte dieser Film der verkannteste des Jahres werden. Nicht weil hier ein leicht übersehbares Kleinod von filmhistorischem Wert vorliegt. Auch nicht, weil die subtile Metaphernwut und kühle Intellektualität des Stoffes sich einem breiten Publikum verschließen könnte. Schon gar nicht, weil der verschachtelte narrative Gestus sowie die komplexe Bildsprache des Werkes, sich u.U. nicht sofort bei der Primärrezeption mitteilt.
"Guest House Paradiso" wird vermutlich floppen, weil der Verleih das Werk äußerst halbherzig herausbringt und ausgerechnet die Populärkritiker (wie z.B. Cinema), die sonst noch an jedem Scheiß ein gutes Haar finden, den Film nicht mögen bzw. blöd finden. Kaum zu verstehen, bedient die britische Komödie doch genau den Humor, der derzeit - man mag das beklagen oder bejubeln - angesagt ist. Will sagen, es geht völlig überdreht klamaukig, krawallig, rüde, brachial und jederzeit bis zum Anschlag geschmacklos zu. In diesem Sinne ist der Film nicht nur konsequenter als "Dumm und Dümmer", "Verrückt nach Mary", "American Pie" oder zuletzt "Road Trip", er ist auch besser als alle genannten zusammen. Freilich hat er weder einen Star wie z.B. Jim Carrey noch spielt er innerhalb der Zielgruppe des Films, etwa auf einem College.
"Guest House Paradiso" ist das Gemeinschaftswerk von Rik Mayall und Adrian Edmondson. Die beiden Engländer treten seit vielen Jahren als Komiker-Duo live auf und haben in ihrer Heimat eine kultige Fernsehshow. Mit ihrem ersten Ausflug ins Kino machen sie da weiter, wo die legendären Monthy Pythons vor 20 Jahren aufgehört haben.
Der Film verfügt nicht nur über eine bemerkenswerte Gagdichte (allein in den ersten 10 Minuten bleibt kaum Zeit zum Luftholen), er hat in den beiden Machern auch zwei kompetente Hauptdarsteller, und im übrigen ein Drehbuch, das durchaus mehr ist, als eine reine Aneinanderreihung von Sketchen. Und handwerklich kompetent bis originell umgesetzt ist das Ganze auch noch. Thomas
Auf der Suche nach dem Witz, könnte dieser Komödienversuch zweier britischer TV-Komiker auch heißen, denn eins gleich vorneweg: lustig ist der Witzetod wohl nur für den, der in zynischer Geisteshaltung all sein Mitleid abgetötet und statt dessen bloß schallendes Gelächter für erbarmungswürdiges Scheitern übrig hat.
„Guesthouse Paradiso“ zeichnet sich vor allem durch eine selten gesehene Hau-Drauf-Komik aus. Das kann man durchaus wörtlich nehmen, denn einen Großteil der Witze versucht der Film daraus zu ziehen, dass sie sich gegenseitig permanent verdreschen. Das mag den Verleih im Presseheft zum frechen Vergleich mit Laurel und Hardy bewogen haben, von denen die harmlosen Gagkiller jedoch meilenweit entfernt sind. Anders als bei diesen, läuft alles in „Guesthouse Paradiso“ völlig ins Leere. Da gibt es kein Vorführen der Unzulänglichkeiten unserer Welt. Zudem ist meistens vorher klar, was als nächster Witz herhalten soll, so dass jegliche Überraschung nahezu fehlt. So kann nicht einmal die plumpste Komik funktionieren.
Vollständig im Schleim versinkt der Film dann im Kotzfinale, wo ein einziger Witz so unerträglich zerdehnt wird, dass sich als einziger Ausweg nur anbietet: es einfach den Darstellern gleich machen und das Kino in eine riesige Kotztüte verwandeln. Ein bemerkenswerter Film, da es ihm gelingt, auch die niedrigsten Regionen und simpelsten Unterhaltungswünsche des menschlichen Gehirns zu ignorieren.





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