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Kritik: Vatel (2000)


Der zweite Film des Jahres über den legendären Sonnenkönig Ludwig XIV erweist sich als dekadente Erzählung des Einen, der auszog, dem absolutistischen System ein wenig Menschlichkeit zu verleihen.
In dieser Mission ist Francois Vatel unterwegs, der Kämmerer bei einem Herzogs ist, welcher den König für drei Tage zu einem Fest eingeladen hat. Roland Joffé zeichnet ein äußerst zynisches Bild des französischen Hofes. Machtspiele sowie eine ritualisierte Welt des flachen Scheins kennzeichnen die Atmosphäre von »Vatel«. Dem perfekten Ablauf der Show, die unter anderem ein beeindruckendes Feuerwerk begleitet von Gesang, ein Büffet mit Palmendekoration oder geschickt arrangiertes nächtliches Lichterspiel bereit hält, steht die Improvisationskunst Vatels sowie ein Todesopfer entgegen. Aber das zählt nicht viel, solange an der Oberfläche der dekadenten Betrachter alles glatt geht. In einer solchen Welt, das zeigt der Film, hat es die Menschlichkeit Vatels, der sich um das Wohl seiner Leute kümmert, sehr schwer. Frauen spielen hier in Form der Mätresse lediglich eine Rolle als sexueller Zeitvertreib. Die echten Gefühle haben im politischen Ränkespiel keine Chance. Da ist es besonders schön in der Figur des Königsbruders einen Charakter zu sehen, der das System demaskiert. Von jeglichem politischen Ballast frei ergeht er sich in infantilen Spielen mit der Dekoration, wenn er auf einem riesigen Wal reitet oder ein Wettschwimmen zwischen einer Frau und einem Karpfen veranstaltet. Macht und Kindergarten ist gar nicht so weit auseinander merkt man plötzlich und erschrickt darüber, was solche Menschen alles anrichten können.




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