oder

Himalaya (1999)

Himalaya - l'enfance d'un chef

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Um Traditionen, Stolz und Glauben, dreht sich dieser Film, der uns gleichsam den Blick für die karge Schönheit des Himalaya und den anstrengende Alltag seiner Bewohner öffnet:
Ein kleines nepalesisches Dorf, im Herzen des Himalaya: Die Bewohner leben hauptsächlich vom Salz, das sie mit Hilfe von Yak-Karawanen über das Gebirge transportieren und in benachbarten Tälern gegen Getreide eintauschen. Nicht selten muss einer der `Salzmänner` bei der schwindelerregenden Traverse hoch über dem See sein Leben in den Gebirgen lassen. So auch der angesehene Anführer dieser kleinen Karawane. Als er stirbt, bricht im Dorf ein Generationskonflikt aus. Soll der kräftige und talentierte, aber nicht von den Göttern vorbestimmte Karma (Gurgon Kyap) die Nachfolge antreten oder soll der mittlerweile ziemlich gebrechliche Tinlé (Thilen Londup), der Vater des Verunglückten, noch einmal die Yaks schnüren? Zwei parallel gestartete Karawanen sollen die Entscheidung bringen. Nur eines ist dabei sicher: Die Götter werden siegen.
Nach zwei Dokumentarfilmen hat der Franzose Eric Valli nun seinen ersten Spielfilm gedreht, hauptsächlich im Äusseren Dolpo, einer Region, die seit ein paar Jahren auch westlichen Besuchern zugänglich gemacht worden ist und der er schon mehrere
Buchpublikationen gewidmet hat, namentlich «Dolpo. Le pays caché»
(1986) und «Les voyageurs du sel» (1997).


Filmkritik

Gelegentlich gibt es sie also doch noch, die großen Überraschungen im Kino. Sie begegnen dem aufgeschlossenen Zuschauer freilich nur bzw. am ehesten, wenn er sich mal in einen Film wagt, der sich in jeder Beziehung abseits des gängigen Erzählkinos, das seine Geschichten mit weitgehend bekannten Bildern nach Schema F abspult, bewegt. Die französisch-schweizerische Produktion "Himalaya" ist so ein Film. Wer sich darauf einlässt, dem offenbart sich ein Bilderrausch in Cinemascope der seinesgleichen sucht und darüber hinaus eine archaische Geschichte, die bei aller Exotik durchaus universell ist.
Wo sie angesiedelt ist, sagt der Titel. Dort im nordwestlichen Nepal, 5000 m über dem Meeresspiegel, auf einem Hochgebirgsplateau des Himalaya, lebt der Stamm der Dolpo-Pa. Der extrem karge Boden kann sie kaum ernähren. Sie sind gezwungen, auf einer jahrtausendalten Route mit Yaks Salz über abenteuerliche Pässe in ferne Täler zu transportieren, um es dort gegen lebenswichtiges Getreide zu tauschen. Der prächtigste Teil des Films verfolgt einen solchen Treck, der von allen Beteiligten das Äußerste verlangt, durch phantastische Bergwelten des Himalaya. Eine Rahmengeschichte erzählt der semi-dokumentarische Film auch noch:
Der alte charismatische Tinlé, dessen ältester Sohn und Karawanenführer gerade tödlich verunglückt ist, weigert sich, dem seiner Meinung nach zu jungen Nachfolger seines Sohnes die Führung der diesjährigen Karawane zu überlassen. Auch macht der Dorfälteste ihn für den Tod seines Sohnes verantwortlich. Karma, so sein Name, trotzt jedoch nicht nur der Wut Tinlés, er verweigert sich auch dem Orakel des Schamanen und bricht bereits vor dem festgelegten Tag mit einer Karawane auf. Mit dabei sind viele junge Dorfbewohner, die mit ihrer Teilnahme sich in gewisser Weise gegen alte Traditionen auflehnen. Als der alte Tinlé dies mitbekommt, beschließt er gegen alle Vernunft, mit Hilfe seines zweiten Sohnes und einiger älterer Dorfbewohner, dem Treck Karmas zu folgen, um sie einzuholen. In der tiefverschneiten Bergwelt des Himalaya beginnt ein Wettlauf zwischen dem jungen und dem alten Dolpo-Pa um Macht und Führung, um Tradition und Moderne.
"Himalaya" besticht durch eine Fülle nie gesehener Bilder von überwältigender Schönheit. Die eigentliche Sensation des Filmes sind jedoch seine Darsteller und ihre unglaublichen Gesichter. Besser und authentischer hat man Laien wohl noch nie im Kino gesehen.




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Land: Frankreich, Tibet
Jahr: 1999
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 23.12.1999
Regie: Eric Valli
Darsteller: Lhakpa Tsamchoe, Karma Tensing, Thilen Lhondup
Verleih: Arthaus

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