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Kritik: Helden aus der zweiten Reihe (2000)


Subtile Subversivität zeichnet die Sportlersatire "Helden aus der zweiten Reihe" in erster Linie aus. Ohne platte Hau-Drauf-Komik gelingt es dem Film auch diejenigen zum Lachen zu bringen, welche die vielen Seitenhiebe auf die Welt des American Football nicht verstehen. Denn zu den großen Qualitäten des Films gehört es, dass die Witze auch ohne den Hintergrund ihr Potential entfalten.

Kurz vor dem Beginn der Play-Offs in der National Football League, beginnen die geldgeilen Profis der Washington Sentinels einen Streik. Von soviel Frechheit überrascht greift der ergraute Besitzer des Teams zum letzten Strohhalm: der alte Trainer-Fuchs Jimmy McGinty soll mit einer eiligst zusammengestellten Ersatztruppe die Kohlen aus dem Feuer holen. Also schleudert er eine seltsame Manschaft, bestehend aus dem Ex-Quaterback Shane Falco, dem sprintstarken aber fangschwachen Clifford Franklin, dem rabiaten Psycho-Polizisten Daniel Bateman, dem ehemaligen walisischen Fußball-Profi Nigel "The Leg" Gruff, dem Knast-Urlauber Earl Wilkinson und dem Sumo-Ringer Jumbo Fumiko, auf den Trainingsplatz sowie in die Spiele.

"Helden aus der zweiten Reihe" präsentiert die übliche Geschichte der Underdogs, die ihre Chance erhalten und sie nutzen. Howard Deutsch begnügt sich aber nicht damit, sondern flechtet viele hintersinnige Gags ein. Wenn völlig alberne Spielzüge dennoch zum Erfolg führen und von den Kommentatoren als neue Taktik analysiert werden, ist das bereits durch die gute Inszenierung allein höchst amüsant, untergräbt aber auch die Taktikhörigkeit dieses Sports. Darüber hinaus nimmt sich der Film auch heilige Kühe wie die Cheerleader vor, welche in der Realität zwar immer sexy aussehen, aber sonst asexuell dargestellt werden. So wäre die Szene, bei der Shane Falco eine Cheerleaderin öffentlich küsst, im echten Amerika undenkbar, und es geht in "Helden aus der zweiten Reihe" noch heißer zu. Unterstützt wird das Anliegen durch eine feine Musikauswahl, welche die einzelnen Sequenzen geschickt kommentiert oder unterstreicht.





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