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Gran Paradiso - Das Abenteuer Mensch zu sein (2000)

Gran Paradiso

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der Gipfel wird für ihn unerreichbar bleiben. Seit einem Unfall sitzt Mark im Rollstuhl. Das einzige, was dem leidenschaftlichen Bersteiger geblieben ist, sind seine Träume vom schneebedeckten Viertausender Gran Paradiso. Erst der Physiotherapeutin Lisa gelingt es, die Isolation des verbitterten, selbstmordgefährdeten jungen Mannes zu durchbrechen - mit einem verwegenen Plan: Sie verspricht Mark, ihn auf den Gipfel des Gran Paradiso zu bringen. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, muß Lisa ungewöhnliche Wege gehen.
Zunächst gilt es, ihren Studienfreund Martin - inzwischen Sozialarbeiter in einem Gefängnis für jugendliche Straftäter - zu gewinnen. Doch die Begeisterung hält sich in Grenzen. Nur wegen der Aussicht auf eine Woche Freigang stimmen die Knackis Wolf, Edwin und Rocky zu, Mark auf den Berg zu tragen.
Gemeinsam mit dem bärenstarken, geistig behinderten Harpo bricht diese ungleiche Gruppe zu einer außergewöhnlichen Reise auf. Die anfänglichen Reibereien zwischen den beiden Lagern sind jedoch nur ein Vorgeschmack auf die körperlichen und seelischen Strapazen, die auf Mark und seine Begleiter warten. Denn die Besteigung des Gran Paradiso wird für jeden einzelnen von ihnen zu einer ganz persönlichen Herausforderung. Und jeder einzelne von ihnen hat seinen Grund, warum er den Gipfel erreichen muss.

Filmkritik

Das hat Seltenheitswert: ein hervorragend besetzter Abenteuerfilm aus Deutschland, der auf trostlos-depressive Bilder verzichtet und mit Alpen- und Gletscherpanoramen das Auge verwöhnt. Fernsehregisseur Miguel Alexandre erzählt in seinem Leinwanddebüt in großen Bildern vom Zusammenhalt einer Außenseitergruppe – ganz nach amerikanischem Vorbild.

Die eher unwahrscheinliche Prämisse – Knackis tragen Behinderte den Berg hinauf – appelliert weniger an den Verstand als an die Emotionen. Dabei ist es wirklich passiert: Die Idee des Films basiert auf dem Bericht eines Nachrichtenmagazins. Was auf der Leinwand nun konkret zu sehen ist, entsprang freilich der Phantasie von Drehbuchautor Georg Heinzen: Themen wie Freundschaft, Vertrauen, Liebe und die Erfüllung der eigenen Träume stehen zur Debatte. Dass die dramatischen Sequenzen nicht im Kitsch verenden, ist dabei der Verdienst des Regisseurs – und nicht der des wenig ausgereiften Drehbuchs.

In luftiger Höhe führt Ken Duken ("Schlaraffenland") ein schillerndes Ensemble an, kann in seiner ersten großen Kinohauptrolle jedoch kaum Sympathiepunkte verzeichnen. Zu sehr leitet seine schroff angelegte Art den Zuschauer an, sich lieber mit den anderen zu identifizieren. Und davon gibt es hier genug: ob Alexander Hörbe als umwerfend komischer Harpo (nicht von ungefähr nach einem der Marx-Brothers benannt), Gregor Törzs als unglücklicher Sträfling mit Herz oder Frank Giering als schnoddriger Scheitelträger – von diesen Spannungsräumen profitiert der Film. Am Ende strahlt das Alpenabenteuer Gipfelglück und Siegestaumel aus – für uns im sicheren Kinositz ist es ein attraktiver Zeitvertreib.

Fazit: Vortrefflich besetzter Abenteuerfilm nach amerikanischem Strickmuster, der mit grandioser Naturkulisse und sentimentalen Elementen überzeugt.





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Land: Deutschland
Jahr: 2000
Genre: Drama
Länge: 106 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 09.11.2000
Regie: Miguel Alexandre
Darsteller: Regula Grauwiller, Frank Giering, Gregor Törzs
Verleih: Warner Bros.

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