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Kritik: Gran Paradiso - Das Abenteuer Mensch zu sein (2000)


Das hat Seltenheitswert: ein hervorragend besetzter Abenteuerfilm aus Deutschland, der auf trostlos-depressive Bilder verzichtet und mit Alpen- und Gletscherpanoramen das Auge verwöhnt. Fernsehregisseur Miguel Alexandre erzählt in seinem Leinwanddebüt in großen Bildern vom Zusammenhalt einer Außenseitergruppe – ganz nach amerikanischem Vorbild.

Die eher unwahrscheinliche Prämisse – Knackis tragen Behinderte den Berg hinauf – appelliert weniger an den Verstand als an die Emotionen. Dabei ist es wirklich passiert: Die Idee des Films basiert auf dem Bericht eines Nachrichtenmagazins. Was auf der Leinwand nun konkret zu sehen ist, entsprang freilich der Phantasie von Drehbuchautor Georg Heinzen: Themen wie Freundschaft, Vertrauen, Liebe und die Erfüllung der eigenen Träume stehen zur Debatte. Dass die dramatischen Sequenzen nicht im Kitsch verenden, ist dabei der Verdienst des Regisseurs – und nicht der des wenig ausgereiften Drehbuchs.

In luftiger Höhe führt Ken Duken ("Schlaraffenland") ein schillerndes Ensemble an, kann in seiner ersten großen Kinohauptrolle jedoch kaum Sympathiepunkte verzeichnen. Zu sehr leitet seine schroff angelegte Art den Zuschauer an, sich lieber mit den anderen zu identifizieren. Und davon gibt es hier genug: ob Alexander Hörbe als umwerfend komischer Harpo (nicht von ungefähr nach einem der Marx-Brothers benannt), Gregor Törzs als unglücklicher Sträfling mit Herz oder Frank Giering als schnoddriger Scheitelträger – von diesen Spannungsräumen profitiert der Film. Am Ende strahlt das Alpenabenteuer Gipfelglück und Siegestaumel aus – für uns im sicheren Kinositz ist es ein attraktiver Zeitvertreib.

Fazit: Vortrefflich besetzter Abenteuerfilm nach amerikanischem Strickmuster, der mit grandioser Naturkulisse und sentimentalen Elementen überzeugt.






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