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Kritik: The Cell (2000)


Fans von Latin-Kehlchen Jennifer Lopez haben endlich wieder einen Grund, ins Kino zu gehen: nach langer Abwesenheit trägt die Diva adrette Kostüme und nimmt als nicht gerade glaubwürdig besetzte Psychologin die Last der wissenschaftlichen Avantgarde auf sich. Ihre Reise ins Land der (Alb)Träume kokettiert zwar aufdringlich mit den Naturwissenschaften, ist aber ein übernatürlicher Psychothriller, in dem die Regeln der Naturgesetze nur Randerscheinung sind. Das ist wie eine ästhetisch überwältigende Variante von "Dreamscape". Die Stärken des streng stilisierten Films sind deshalb seine phantastischen Welten, abgründige und aufwendig ausgestattete Blicke in das auf Freudscher Psychologie begründete Unterbewusstsein des Serienkillers - gespielt von Schauspielchameleon Vincent D'Onofio, der Masochismus und Psychose bestialisch intensiv illustriert. Der aus Indien stammende Debütant Tarsem Singh, der den obligatorischen Weg des Werbefilmers ging, untermauert seine hohe kulturelle Bildung. Die schließt die Kenntnis von Experimentalfilmen und Künstlern des Surrealismus ebenso ein, wie überaus brutale Motive aus "Sieben" und verkitschten Kindermärchen. Um so betrübter stellt man fest, wie wenig die Handlung dem Visuellen entspricht. Mittlerweile ist das verschimmelte Konzept von "Das Schweigen der Lämmer" offenbar das einzige, worauf sich Hollywoods Serienkillerplots berufen. Das wird so lustlos heruntergespult, dass sich kaum Spannung einzustellen vermag. Und weil man beide Aspekte des Films beim Kinobesuch unmöglich trennen kann, muss man Nachsicht üben, um einen Blick auf die sicherlich radikalsten und innovativsten Visionen der letzten Jahre zu werfen. Fazit: Phantastischer Psychothriller, der mit visuell innovativen Traumwelten aufwartet, aber mit spannungsarmer und schlecht geschriebener Handlung nervt. Robert Knapp
Worin mag wohl der Trumpf dieses Films liegen? Zumindest die Männerwelt dürfte die inoffizielle Weltschönste Jennifer Lopez an die Kinokassen treiben. Dabei hat auch die Story ein gewisses Lob verdient, obwohl ein Spaziergang durch fremde Gehirnzellen seit „Being John Malkovich“ nichts neues mehr ist. Gespickt wird der bizarre Hirntrip mit einer geradezu monströsen Flut clipartig geschnittener Bilder und alptraumartiger Sequenzen, die in ihrer Professionalität stark an Francis Ford Coppolas „Dracula“ erinnern. Wen wundert’s, bediente sich doch der indische Regisseur Tarsem Singh der Kostümbildnerin Eiko Ishioka, die für „Dracula“ einen Oscar entgegen nehmen durfte. Singh selbst machte bislang vor allem mit trickreichen Videoclips von sich reden. Und im Clip ist eben oft mehr erlaubt als im konventionellen Leinwanddrama, was dem surrealen Charakter und bizarrem Flair des Streifens nur entgegen kommt. Schon die Eingangsszene mit einer durch endlose Wüsten schreitenden Lopez in Weiß verrät das Gespür Tarsems für mitreißende Bildkompositionen und fantastische Kameraperspektiven. Die Plausibilität der Story gerät nicht zuletzt auch wegen der psychologischen Sorgfalt in der Inszenierung nicht in Gefahr, auch wenn es mitunter zu logischen Brüchen in Detailfragen kommt. Bei den Dialogen und Handlungen wäre etwas mehr Tiefgang und weniger Gespieltheit sicher von Vorteil gewesen, doch entschädigt eine allgegenwärtige Mischung aus Horror und Suspense für diese wenig verwunderlichen Defizite.
Treffen, wie bei der bezaubernden Latina-Lady, Schönheit und Aura zusammen, so kommt das Publikum mit seiner Logik ohnehin nicht sehr weit. Das mag auch Tarsem gewusst haben, weshalb schon alleine diese Rollenbesetzung sein taktisches Können beweist. Die Lopez weiß sich freilich nicht nur als Sexsymbol in Szene zu setzen, sondern kann mit ihrem erstaunlichen mimischen Repertoire dem Film gleich weitere Pluspunkte draufsatteln. Alles in allem ein packender Cyberthriller, der in puncto Ästhetik und Spannung durchaus in eine Reihe mit Gruselhits wie „Sieben“ oder „Schw





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