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Thema Nr. 1 (2001)

Das Thema Nr. 1 ist Sex - jedenfalls in der Runde von vier Frauen, die sich in abendlicher Runde über Männer, Affären und das Eine unterhalten. Maria Bachmanns Regiedebut ist teilweise amüsant, wirkt aber letztlich wie eine gestreckte Soap...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Paula, Jutta, Gabi und Franziska sind vier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch so verschieden sie sind, eine Erfahrung eint die vier Frauen: Der ständige Kampf mit und um den Mann. Gabi hat sich gerade mit ihrem Freund Costas zerstritten. Jetzt sitzt sie in ihrer Küche, zerschneidet seine Hemden und beweint das Ende ihrer Beziehung. Unterdes plant Paula einen neuen Anfang. Sie will eine Affäre! Keine Verpflichtungen, kein Gequatsche von gemeinsamer Zukunft oder gar Kindern. Sie markiert das selbstbewusste Sexluder – bis sie durchdreht, weil der Kerl nach ihrer heißen Nacht natürlich nicht auf ihre Anrufe reagiert. Franziska träumt derweil vom Heiraten. Den Mann dazu hat sie auch schon: Jörg, Urologe mit eigener Praxis und der perfekte Vater für Franziskas vierjährige Tochter Motte. Doch merkwürdigerweise kann sie nicht aufhören, an den Unbekannten zu denken, mit dem sie im Restaurant so heftig geflirtet hat. Jutta kann über solche Probleme nur lachen. Sie hat ihr Liebesleben fest im Griff – glaubt sie zumindest. Aber: Wenn ihr Leben so perfekt ist, warum quatscht sie dann aber die ganze Zeit übers Kinderkriegen und ihre biologische Uhr, die tickt tickt tickt...?

Filmkritik

Die Protagonisten von "Thema Nr. 1" sind vier Frauen zwischen 30 und 40, welche alle ihre Probleme mit Beziehungen haben. Entweder läuft es gerade nicht so gut mit ihrem Partner, oder er hat sie vor kurzem verlassen oder sie gaukeln sich ein Glück vor, das in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Diesem einfachen Themenkreis versucht sich Maria Bachmann in Form eines reinen Dialog-Spiels zu nähern. Das heißt das Publikum bekommt über die volle Länge nicht einmal die Männer, über die häufig geredet wird zu sehen. Auch die Frauen sieht man nie bei irgendwelchen Aktivitäten außer gemeinsamen Gesprächen. Diese Konstruktion erweist sich als ausgesprochen verhängnisvoll, weil die Dialoge in ihrer neurotisch-hysterischen Art und Weise nur auf die Oberflächlichkeit versprachlichter Gefühle verweisen.

Nach spätestens 15 Minuten ging mir das immerwährende Formulieren von Torschlusspanik ("Wenn ich das so abschicke, dann kommt er nicht, und wenn ich das ändere, dann wird er abgeschreckt und kommt nicht", etc.), Angst vor der eigenen Courage ("Dann steht er mit einer Body-Lotion vor der Tür und ich lasse mich wieder einwickeln") und gegenseitigen Vorwürfen ("Du bist vollkommen egozentrisch", "Nein, bin ich nicht", "Bist du wohl") auf die Nerven. Ohne nähere Hintergründe über die Frauen oder die Männer treibt sich der Film die Emotionen aus. Man schaut letztlich bei einem wirren Theater zu, das einen bestenfalls faszinieren, aber nicht berühren kann. Die wackelige Handkamera im Home-Video-Stil, welche vermutlich eine Perspektive nahe am Geschehen vermitteln soll, ist deswegen auch nur oberflächliche Show, eine Art Quintessenz von Bachmanns Dilemma. Somit ist "Thema Nr. 1" ein Lehrstück dafür, dass persönliche Gefühle nur im Gesamtkontext etwas auslösen können, isoliert sind sie hohl.





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Land: Deutschland
Jahr: 2001
Genre: Komödie
Länge: 84 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 16.08.2001
Regie: Maria Bachmann
Darsteller: Katarina Klaffs, Antje Schmidt, Nicole Marischka
Verleih: Constantin Film

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