oder

Die Gefangene (2000)

La captive

Ein Mann versucht, seine Geliebte völlig zu überwachen.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Ariane wohnt bei Simon in dessen geräumiger Pariser Wohnung. Er überwacht sie permanent. Denn Simon will alles über sie wissen. Er lässt sie beobachten, wenn sie ausgeht, er spioniert ihr nach und unterzieht sie endlosen Verhören, die zu einem Ritual werden. Nur durch ihre ständigen Lügen gelingt es Ariane, sich einen Freiraum zu bewahren. Simon ist völlig klar, dass er selbst in Momenten größter körperlicher Nähe Ariane nicht wirklich habhaft werden kann. Obwohl sie sich rückhaltlos auf ein sexuelles Ritual einlässt, bei dem er ganz über sie verfügen kann, entgleitet sie ihm mehr und mehr. Simon weiß außerdem von Arianes Faible für Frauen und kann sich nur allzu gut vorstellen, dass sie ein Doppelleben führt. Da kann es nicht ausbleiben, dass er über kurz oder lang versuchen wird, gewaltsam in ihre geheime Welt einzubrechen...

Filmkritik

Dieser Mann ist eifersüchtig auf ihre Vergangenheit. Von Wahn, Angst und Sehnsucht getrieben verfolgt er seine Geliebte, überwacht sie und verhört sie beständig. Ein Film voller Leidenschaft, mit brodelnden Emotionen? Ganz im Gegenteil. Ein Film ohne Gefühl, ohne Leben, ohne Humor.

Simon, ein edler Pariser Sproß, die veilchenblauen Augen stets in einem starren Blick konzentriert, stolziert über knarrende Dielen durch die pompöse Wohnung – so sieht ein großer Teil der Handlung aus. Ariane verbringt die meiste Zeit mit einer Freundin, lernt nebenbei das Singen und gibt Simon ausweichende Antworten. Was zwischen den beiden vorgeht, bleibt sehr vage. "Tu was Du willst" bietet sie ihm wieder und wieder an, obwohl er sie kontrolliert. Alle Gespräche sind Verhöre mit festgelegten Rollen. Sie siezen sich, schlafen nicht im selben Bett. Er begehrt sie überhaupt nur, wenn sie schläft.

Chantal Akermann hat ihre lockere Proust-Adaption kühl und ästhetisch inszeniert: Das Ganze ist schön anzusehen, aber leblos. In den besten Momenten erwartet man, dass jetzt sofort etwas passiert - Mon Dieu, können Simon und Ariane nicht endlich mal ihren Gesichtsausdruck ändern, sich anschreien, vielleicht sogar lachen? Wann erwischt er sie endlich mit einer Frau im Bett?

Das distanzierte, gestelzte Spiel der Protagonisten (schade, dass Sylvie Testud hier nicht wirklich spielen darf) verschließt sich jeglicher Anteilnahme der Zuschauer. Mag sein, dass deshalb auch der völlig abstruse Schluß nicht mehr enttäuscht.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2000
Genre: Drama
Länge: 108 Minuten
Kinostart: 09.05.2002
Regie: Chantal Akerman
Darsteller: Liliane Rovere, Stanislas Merhar, Sylvie Testud
Verleih: Alamode Film



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