oder

Keiner weniger (1999)

Yi ge dou bu neng shao

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Lehrer Gao unterrichtet an der Shuixian-Dorfschule in der chinesischen Provinz. Um seine schwerkranke Mutter zu pflegen, muss Gao für einen Monat Urlaub nehmen. Bürgermeister Tian besorgt als Aushilfslehrerin die junge Wei Minzhi, die Gao in diesem Monat vertreten soll. Als Gao erfährt, dass Minzhi nur 13 Jahre alt und unqualifiziert ist, eine Schulklasse zu unterrichten, beschwert er sich beim Bürgermeister. Doch der winkt ab: Niemand sonst würde hier auf dem öden Land unterrichten wollen, das Mädchen könne immerhin auf die Schüler achtgeben, solange der Lehrer fort ist.
Zu Beginn des Schuljahres hat Gao 40 Kinder unterrichtet. Inszwischen sind es nur noch 28, die anderen sind aus Desinteresse oder aus drückender Armut abgegangen, um zu arbeiten. Gao schärft Wei Minzhi ein, ja keine weiteren Schüler zu verlieren, nicht einen einzigen! Wenn ihr das gelingt, erhalte sie zehn Yuan als Belohnung. Also kontrolliert Minzhi nach Abreise des Lehrers jeden Morgen zu Unterrichtsbeginn genau, ob alle Schüler anwesend sind. Dann schreibt sie eine Lektion aus dem Lehrbuch an die Tafel und überlässt die Kinder im übrigen sich selber - ob sie was lernen oder nicht, kümmert sie offenbar kaum. Während die Schüler ohne Aufsicht im Klassenraum herumalbern oder zanken, sitzt Minzhi vor der Schultür und passt auf, dass keiner entwischt.
Probleme bereitet ihr der elfjährige Zhang Huike, der mit seinem aufmüpfigen Verhalten immer wieder für Verdruss sorgt. Und eines Morgens ist er verschwunden. Minzhi sucht seine Mutter auf und erfährt, dass Huike in die Stadt gefahren ist, um Arbeit zu suchen. Denn der Vater ist früh verstorben, die arme Witwe ist krank und hat Schulden. Minzhi denkt an die Worte des Lehrers Gao ("Keiner weniger!") und macht sich auf den langen Weg in die grosse Stadt. Sie ist entschlossen, Zhang Huike zu finden, um ihn wieder in die Schulklasse zurückzuführen...

Filmkritik

Ein schlichter Film, eine einfache Parabel, die aber große Gefühle erweckt. Regisseur Zhang Yimou legte großen Wert auf die größtmögliche Ehrlichkeit und Direktheit und arbeitete deswegen ausschließlich mit Laiendarstellern. Diese durften nicht einmal das Drehbuch lesen und wurden bei ihrer Improvisation von oft versteckten Kameras gefilmt, um sie im Schaffensprozess nicht zu behindern. Die dadurch ereichte Unmittelbarkeit spiegelt sich erfrischend auf der Leinwand wieder. Tief werden wir in die Realität der ärmlichen, chinesischen Landbevölkerung gezogen und erleben
gemeinsam mit der Heldin Wei Minzhi einen Kulturschock, als uns die Großstadt präsentiert wird.
Bisweilen stummfilmhaft bewegt sich die ruhige Geschichte und scheint uns anfangs eher kalt zu lassen, doch als die junge Lehrerin Wei die Kinder
mobilisiert und sich dann entgegen aller Widerstände doch den entflohenen Schützling Zhang Huike aus der großen Stadt zurückbringt, ist das trotz
einer gewissen Gemütlichkeit faszinierend. Keine Actionszenen, keine Special Effects, die Einfachheit der Geschichte zieht uns in ihren Bann. Und gerade deswegen ist "Keiner weniger" kein Film für die Masse (so schade das auch ist). Der Film wurde 1992 mit dem goldenen Löwen der Filmfestspiele in Venedig ausgezeichnet.




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Land: China
Jahr: 1999
Genre: Drama
Länge: 106 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 10.08.2000
Regie: Zhang Yimou
Darsteller: Tian Zhenda, Wei Minzhi, Zhang Huike
Verleih: Columbia TriStar

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