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Kritik: Gegen jede Regel (2000)


Die Geschichte basiert zwar auf einem wahren Stoff - das sieht man ihr aber garantiert nicht an. Denn "Gegen jede Regel" ist ein Sportlerdrama aus der allzeit artifiziellen Bruckheimer-Maschinerie. Das bedeutet eine gewohnt unverhältnismäßige Ansammlung von Pathos und Kitsch, weiß aber durch die straffe und einnehmende Regie von Boaz Yakin zu begeistern.

Yakin wendet sich in seinem dritten Film an ein großes Publikum, dass ihn mit dem formidablen Erstling "Fresh" und dem schwierigen Drama "Teurer als Rubine" noch versagt blieb. Obwohl das Drehbuch in der Rassentrennung der 60er Jahre jedes erdenkliche Klischee findet und alle fünf Minuten amerikanische Tugenden wie Siegeswille und Heldentum zitiert, gelingt Yakin ein kleines Kunststück: er inszeniert die sattsam bekannten Elemente mit unbändigem Eifer, der selbst abgeneigte Zuseher mitzureißen weiß.

Die rührselige Geschichtslektion stülpt über die erstaunlich ernsthaft problematisierte Rassentrennung den solche Differenzen einebnenden Teamgeist. Jeder Darsteller - nicht nur Denzel Washington - ist mit vollem Körpereinsatz dabei und wider Erwarten selten nur zum Guten oder Bösen verdammt. Yakin packt sein wuchtiges Hochglanzdrama voll mit Ereignissen, überzeichneter Action und einem bombastischen Score, der so manipulativ ist, dass man diese heile Welt vor Glück umarmen möchte.





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