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Kritik: Little Nicky - Satan Junior (2000)


Die Farrelly-Brüder haben es bisher vergebens versucht, die Monty Pythons haben es virtuos vorgemacht und jetzt ist es Adam Sandler auf magische Weise gelungen, aus Scheiße Kunst zu machen. Die Geschichte in "Little Nicky – Satan Junior" ist ein schlechter Witz. Aber seien wir doch einmal ehrlich: Wer etwas anderes erwartet hat, der gehört ohnehin nicht in unsere Realitätsebene. Die Qualität von dieser anarchischen Komödie liegt darin, mit welcher unbändigen Freude die abstrusesten Einfälle so elegant zusammengebaut werden, dass eine eigene Realität, ein spezieller Komödienort mit eigenen Regeln erschaffen wird. Wie bei den Monty Pythons gelingt es auch diesem Film, eine neue Form der Narration zu erfinden, die einen in sich geschlossenen Hexenkessel aus Gags, bösen Anspielungen, hintergründiger Parodie vorhandener Klischeemuster sowie herzerfrischender political uncorrectness gebiert. Ein Werk, das alle Komödienformen und ihre besten Werke zum Vorbild hat, und sich doch kaltlächelnd darüber hinwegsetzt, indem es die Einflüsse sich selbst einverleibt. Die ohnehin nicht sehr ergiebige Story um des Teufels Sohn, der zur Ausbalancierung der Kräfte die Welt vom Bösen in Form seiner Brüder erretten soll, wird schon kurz nach dem Beginn von den kreativen Einfällen beiseite geräumt. Natürlich hat auch "Little Nicky – Satan Junior" sein Finale, in dem die Geschichte zum Abschluss kommt, aber dennoch macht die Narration den Eindruck, als habe jemand einen vorhandenen roten Faden auseinander gehackt, durchgemischt und zusammen mit neuen Stücken zu einem bizarren Mosaik verbunden. Im Ergebnis wechseln sich auf unerhört freche Weise Slapstick, Parodie, Liebeskomödie, schwarze Komödie und zynischer Außenseiterhumor ab. In den besten Szenen treffen sie aufeinander. So versucht Adam Sandlers Little Nicky in einer Szene gleichzeitig die Welt und seine Liebe zu retten, wobei er nicht nur durch seine eigene Tolpatschigkeit in Schwierigkeiten kommt, sondern sich auch noch mit einer absurden zuckersüßen Klischeewelt von Harmonie (inklusive eine Horde hoppelnder weißer Kaninchen) konfrontiert sieht. Zur Komplettierung ist auch noch ein fieser Bienenschwarm mit von der Partie. Im Finale zitiert der Film schließlich noch Roger Cormans "Duell der Zauberer", was einen hübschen Insider-Gag hervorbringt. Von den Schauspielern ist besonders Rhys Ifans zu erwähnen, der die laszive Erotik des Bösen und der Macht physisch macht. "Little Nicky – Satan Junior" ist eine brachiale Mischung verschiedenster Gagarten, die sich selbst auf eine andere Ebene befördert, da sich sein Unfug selbst kommentiert. Und wer kann zu einer Komödie, in der Adolf Hitler in der Hölle täglich eine Ananas in der Arsch gesteckt bekommt, schon nein sagen?




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