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Asfalto - Kalter Asphalt (1999)

Asfalto

Spanisches Drama einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung zwischen einem Polizisten, einer Prostituierten und einem Drogenhändler. Realistisch und distanziert von Daniel Calparsoro erzählt, überrascht der rasante Film mit einigen Wendungen...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Die Ex-Prostituierte Lucia, ihr Freund Chino und Charly, ein Dealer sind drei gelangweilte Jugendliche aus Madrids Mittelschicht und bilden ein Gaunertrio, das sich mit kleineren kriminellen Delikten den nötigen Kick im Leben verschafft. Eines Tages will Chino Lucia als Lockvogel bei einem Deal mitmachen lassen. Charly ist dagegen, verliebt sich jedoch in die Freundin seines Kumpels. Durch Chinos Bruder Antonio, der bei der Drogenfahndung arbeitet, geraten sie in eine Polizeifalle. Charly wird bei diesem verpatzten Coup geschnappt, und Chino wird Polizist in der Abteilung seines Bruders. Chino und die weiterhin dealende Lucia bilden ein seltsames Gaunerpärchen, und als Charly nach drei Jahren aus der Haft entlassen wird, hängt Lucia noch immer an ihm, und sie werden gemeinsam von einem Dealer gelinkt. Chino verhilft den beiden jedoch zur Flucht, und die sprunghafte Dreiecksbeziehung führt die drei Freunde in Grenzsituationen der Liebe, des Betrugs und des Lebens.

Filmkritik

Spanien/Frankreich/BRD 1999. Regie: Daniel Calparsoro. Mit: Najwa Nimri, Juan Diego Botto, Gustavo Salmerón, Alfredo Villa. Start: 6.9. „Asfalto“ bedient alles das, was wir ohnehin schon kennen. Kein Preis für Originalität wird hier vergeben, sondern einer für Stimmung und Interpretation. Mit seiner klassischen Dreiecksbeziehung aus zwei Männern und einer Frau, dem Drogenmilieu sowie den üblichen daraus entstehenden Konflikten zwischen dem Drogenfahnder und dem Kriminellen wirkt der Film wie ein klassisches Musikstück, dass man über Jahre hinweg liebgewonnen hat und immer weder gerne hört.

Sowohl Regisseur Daniel Calparoso als auch seine beiden Mitdrehbuchautoren Santiago Tabernero und Frank Palacios sind gute Interpreten der bekannten Ballade. Stimmungsvoll servieren sie ein spanisches Ambiente aus mediterraner Gelassenheit, flirrender Hitze, erotischer Spannung und ein bisschen Dramatik, ohne den Zuschauer mit allzu komplizierten Wendungen zu überfordern. Statt dessen erschaffen sie ein Zuhause, das man gerne betritt. Hier ist man nicht fremd, man kennt sich aus und man kann sich erfreuen am langsamen, präzisen Ineinandergreifen der einzelnen Bausteine; genauso wie man es erwartet hat.

Während andere in diesem Zusammenhang von ungeschickter Aneinanderreihung altbackener Klischees sprechen würden, spreche ich von der Wiedererzählung einer mythologischen Konfliktsituation, die seit Anbeginn der Kulturgeschichte dazu dient, menschliche Elementarkonflikte zu beschreiben: Zerrissenheit zwischen Freundschaft und Liebe, sowie Pflicht und Freundschaft. Und so lehrt uns „Asfalto“, dass der Vorwurf, ein Film wiederhole eine bekannte Geschichte, noch nie besonders intelligent gewesen ist. Denn eine Erzählung ist nicht deshalb gut und erreicht den Rezipienten, weil sie auf biegen und brechen originell ist, sondern weil die Elemente aus Figuren, Konflikten sowie Handlungsorten stimmen, weil sie innerhalb des eigenen Universums glaubhaft ineinandergreifen, weil etwas Organisches erschaffen wird, etwas, das lebt, das wahr ist, das zeitlos bleibt.





Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Spanien, Frankreich, Deutschland
Jahr: 1999
Genre: Drama, Romantik
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 06.09.2001
Regie: Daniel Calparsoro
Darsteller: Gustavo Salmeron, Najwa Nimri, Juan Diego Botto
Verleih: MOP



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