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Kritik: Asfalto - Kalter Asphalt (1999)


Spanien/Frankreich/BRD 1999. Regie: Daniel Calparsoro. Mit: Najwa Nimri, Juan Diego Botto, Gustavo Salmerón, Alfredo Villa. Start: 6.9. „Asfalto“ bedient alles das, was wir ohnehin schon kennen. Kein Preis für Originalität wird hier vergeben, sondern einer für Stimmung und Interpretation. Mit seiner klassischen Dreiecksbeziehung aus zwei Männern und einer Frau, dem Drogenmilieu sowie den üblichen daraus entstehenden Konflikten zwischen dem Drogenfahnder und dem Kriminellen wirkt der Film wie ein klassisches Musikstück, dass man über Jahre hinweg liebgewonnen hat und immer weder gerne hört.

Sowohl Regisseur Daniel Calparoso als auch seine beiden Mitdrehbuchautoren Santiago Tabernero und Frank Palacios sind gute Interpreten der bekannten Ballade. Stimmungsvoll servieren sie ein spanisches Ambiente aus mediterraner Gelassenheit, flirrender Hitze, erotischer Spannung und ein bisschen Dramatik, ohne den Zuschauer mit allzu komplizierten Wendungen zu überfordern. Statt dessen erschaffen sie ein Zuhause, das man gerne betritt. Hier ist man nicht fremd, man kennt sich aus und man kann sich erfreuen am langsamen, präzisen Ineinandergreifen der einzelnen Bausteine; genauso wie man es erwartet hat.

Während andere in diesem Zusammenhang von ungeschickter Aneinanderreihung altbackener Klischees sprechen würden, spreche ich von der Wiedererzählung einer mythologischen Konfliktsituation, die seit Anbeginn der Kulturgeschichte dazu dient, menschliche Elementarkonflikte zu beschreiben: Zerrissenheit zwischen Freundschaft und Liebe, sowie Pflicht und Freundschaft. Und so lehrt uns „Asfalto“, dass der Vorwurf, ein Film wiederhole eine bekannte Geschichte, noch nie besonders intelligent gewesen ist. Denn eine Erzählung ist nicht deshalb gut und erreicht den Rezipienten, weil sie auf biegen und brechen originell ist, sondern weil die Elemente aus Figuren, Konflikten sowie Handlungsorten stimmen, weil sie innerhalb des eigenen Universums glaubhaft ineinandergreifen, weil etwas Organisches erschaffen wird, etwas, das lebt, das wahr ist, das zeitlos bleibt.





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