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Kritik: Harry meint es gut mit dir (2000)


In den zumeist überschwenglichen Kritiken wird Dominique Molls Thrillerkomödie als spannende Verbindung zwischen Hitchcock und Highsmith beschrieben. Dass hier jemand seine Vorbilder studiert hat, steht auf den ersten Blick fest. Anleihen an "Strangers on a Train" ziehen sich durch den Plot, besonders aber die enervierenden Psychologisierungen nach Freudscher Manier werden bis zuletzt ausgereizt.

Deshalb besteht zwischen den manieriert künstlichen Figuren und der alltäglichen Umgebung ein scharfer Kontrast, der selbst bei Chabrol weniger dichotom ist. Einerseits sind die Handlungen der Personen nur bis zu einem gewissen Grade nachvollziehbar. Und weil Moll zunehmend perfide konstruiert, bleibt die Glaubwürdigkeit nach der Filmhälfte auf der Strecke, obwohl die Schauspieler, gerade Sergi Lopez, mit Hingabe in den Rollen aufgehen.

Zum anderen weicht Moll keinen Deut von seinem zähen Erzähltempo und dem schmucklosen Look ab. Zwar erlaubt er sich nach und nach mehr ironische Brechungen und etwas schwarzen Humor. Die Einfallslosigkeit, mit der Hitchcocks genuine Ideen epigonal aneinandergereiht werden, macht "Harry..." minutiös vorhersehbar und schlicht langweilig. Weder Euphorie um, noch Auszeichnungen von Molls zweitem Film sind damit nachvollziehbar.





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