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Kritik: Mortal Transfer (2000)


In düsteren Tönen erzählt uns Regisseur Jean-Jacques Beineix, der nach Erfolgen wie "Diva" und "Betty Blue" zunächst eine Pause vom Spielfilm gemacht hatte, eine bisweilen obskure Geschichte. Mit Dokumentarfilmen hat er sich beschäftigt, was ihn, wie er sagt, sensibler für die Möglichkeiten des Filmemachens gemacht hat. Doch auch nach so langer Zeit kehrt er wieder zu seinen Lieblingsthemen zurück. Die makabre und bildgewaltige Geschichte scheint nur aus psychoanalytischen Variationen zu bestehen, löst sich dann aber in eine Art Krimi-Plot auf. Das wirkt inkonsequent und etwas feige.

"Mortal Transfer" ist nicht so grausam wie die Werbung behauptet - im Gegenteil: Man fühlt sich gut unterhalten. Die seltsamen Gestalten, die in das Leben des Psychologen Michel Durand eindringen, sind ausgefallen bis pervers und fügen der Geschichte einiges an Obskurem hinzu. Hélène de Fougerolles gefällt, in ihrer kurzen (lebendigen) Rolle spielt sie die abgedrehte masochistisch veranlagte Olga Kubler überzeugend - ein Grund, warum die seltsamen Sexualfantasien nicht platt wirken. Aber dagegen wird sicherlich die Videosequenz, die sich Michel im Suff ansieht, wegen ihres Inhalts für Gesprächsstoff sorgen.
Auch Jean Hugues Anglade, der etwas distanziert spielt, kann in der Rolle des Psychologen mit den ungewohnten Problemen überzeugen. Die etwas gewollte Romantik, die zum Schluss aufkommt und wie ein Zugeständnis für den amerikanischen Markt wirkt, ist ja nicht seine Schuld.





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