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Kritik: Die neun Leben des Thomas Katz (1999)


1998 erschien mit "Simon Magus" eine wundervolle Sozialparabel mit Fantasytendenzen. Im Jahr darauf legte Regisseur Ben Hopkins nach, doch erst jetzt erscheint sein absurder Kommentar zur Apokalypse einer hysterischen Zivilisation. Darin korreliert die Form auf derartige Weise mit dem Inhalt, dass letztlich ein avantgardistischer Experimentalfilm entstand.

Das wüste Konglomerat schwarzweißer Bilder kreist um zwei bizarre Opponenten, die mehr oder minder Bezugspunkte in einem chaotisch-existenzialistischen Bilderreigen sind, der sich narrativen Strukturen konsequent verweigert. Die Nähe zu Jean-Luc Godards radikalen Brüchen mit der Konvention äußert sich auch in den lose verbundenen Reflexionen über das menschliche Dasein.

Wenngleich sich Verbindungen zu Tarkowski und Brecht, Buñuel und Greenaway, Surrealismus und Dadaismus konstatieren lassen, wirkt Hopkins Film autark: fast ohne Budget entstanden, birgt sein ausgefallenes Werk pechschwarzen Humor vom Ende der Tage und scheut auch nicht vor der totalen Dekonstruktion filmischer Mittel. Eine Komödie für waghalsige Kinogänger, die selbst so verrückt ist, wie ihr Gegenstand.






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