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Kritik: The Goddess of 1967 (2000)


Der hippe junge Japaner wird eine Göttin kaufen. Dazu begibt er sich aus dem stahlblauen kühlen Tokio in das wilde australische Outback. Dort ist der Himmel weit, die Farben aufgeladen und die Atmosphäre schwül. Und der Kauf verzögert sich- das Gehirn des Vorbesitzers klebt nämlich an einer Zimmerdecke, irgendwo in der Vorstadt. Dort beginnt dann langsam ein Gefühls- und Farbkaleidoskop zu wirbeln, betörend bis verstörend.
Dabei kommt der Film erst so cool, ästhetisch und ironisch daher- speziell im blauen Tokyo, wo JM Reptilien hält. Jede Einstellung ein Postershot. Auch das blinde Mädchen Deirdre, mit dem er auf eine Reise ins Hinterland gehen wird, um den eigentlichen Besitzer zu finden, kleidet sich farblich perfekt abgestimmt. Und dann natürlich Sie, die Göttin: Baujahr 1967, rosarot, üppig geformt.
Deirdre ist lakonisch und sonst nichts. Doch dann und wann fragt man sich, was eigentlich los ist und stutzt verdutzt- etwa als ein schwabbeliger boxender Hinterwäldler sie vergewaltigen will und auf einen Keuschheitsgürtel stößt. JM findet alles "cool" und wär’s selbst gern. Wie Alain Delon, der wohl stilvollste Günstling der Göttin. Lockere Reisegenossen, ein wenig schräg vielleicht.
Hinter dem weiten Horizont aber lauert Deirdres kaputte Vergangenheit, der sie sich entledigen will. Und während sie und er sich in der wunderbaren Landschaft langsam näher kommen, entfaltet sich auch ihre bittere Kindheit.
Clara Law macht es uns dabei keineswegs einfach. Rückblenden, Werbefilmchen, Visionen. Oft mehr Stimmung als Inhalt. Aber es lohnt sich: Ein gewaltiges Märchen, ein intensiver Traum (von einem Roadmovie).




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