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Abrafaxe- Unter schwarzer Flagge (2001)

Deutsche Zeichentrickadaption einer seit DDR-Zeiten beliebten Comic-Reihe. Drei Kinder geraten durch eine goldene Schale ins 18. Jahrhundert, wo sie gegen Piraten kämpfen. Ein gelungener Streifen, in dem Nena (!) einer Piratin ihre Stimme geliehUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Die Abrafaxe sind drei Freunde, deren unterschiedliche Temperamente sich bei ihren Abenteuern ergänzen. Eine verwegene Zeitreise von Abrax, Brabax und Califax beginnt recht unspektakulär im städtischen Museum. Versehentlich werden sie abends hier eingeschlossen. Neugierig stöbern die drei durch die dunklen Gänge des alten Gemäuers und stoßen auf eine alte Schale. Laut Inschrift soll sie aus einem legendären Aztekenschatz stammen. Als die nächtlichen Besucher das wertvolle Stück untersuchen, setzen sie einen verborgenen Mechanismus in Gang, der die Welt um sie verschwinden lässt. Plötzlich befinden sich die Freunde 18. Jahrhundert. Mit dem Schiff des eitlen, aber nicht sehr hellen spanischen Flottenadmirals Don Archimbaldo de la Cruz segeln sie direkt in einen Piratenangriff. Es ist der Furcht erregende Captain Blackbeard, der unter schwarzer Flagge Angst und Schrecken verbreitet. Mit List und Tücke wird der Kampf überstanden. Und weiter geht die Reise auf die paradiesische Pirateninsel Tortuga, wo die bezaubernde Anne Bonney das Sagen hat. Wie sich herausstellt, wird die Idylle bedroht und zwar von jenen Captain Blackbeard, den die Abrafaxe bereits kennengelernt haben. Er wurde einst von der Insel verstoßen und sinnt nun auf Rache, wozu er sich mit dem Spanier de la Cruz zusammen getan hat. Die drei Zeitreisenden nehmen sich der schönen Piratin an und kämpfen an ihrer Seite um die Freiheit von Tortuga.

Filmkritik

Zwei Erstaunlichkeiten sind es, die nach Besichtigung dieser deutschen Trickfilmproduktion haften bleiben. Da ist zum einen der wunderbar eingängige Refrain des Titelstücks von Nena. Das hat Ohrwurmqualität vom Allerfeinsten. Für ein Comeback der Sängerin wird es dennoch nicht langen. Der Rest des Stücks nervt nämlich und hat mit einem Lied nur wenig gemein. Zweitens bleibt in Erinnerung die Verwunderung darüber, dass der Film nicht einen zündenden Gag hat. Das wär’ es nämlich, was ihm zumindest ein gewisses Maß an Unterhaltungs-qualität hätte retten können. Die Story ist leider konfus, infantil und langweilig. Dabei basiert das Ganze auf einer Comicreihe, die in der DDR wegen ihres vermeintlich hohen pädagogisches Wertes große Verbreitung fand.

Selten hat sich das gravierende Qualitätgefälle zwischen einer einheimischen Trickfilmproduktion und einer aus dem Hause Disney oder Dreamworks krasser gezeigt, als im vorliegenden Fall. Die enormen inhaltlichen und technischen Defizite von "Abrafaxe" sorgen dafür, dass der Film eines, was für einen Trickfilm völlig unabdingbar ist, nicht hat, Charme. Und dabei kann z.B. die galloppierende Blödheit der Dialoge nicht einmal auf eine lieblose Synchronisation geschoben werden. Die Hahnfilm Produktion sitzt nunmal in Berlin. Man hat den Eindruck, dass hier an allen Ecken und Enden gespart wurde und verwundert zur Kenntnis, dass der Film über 10 Mio. DM gekostet haben soll. Jede einzelne Fünf-Minuten- Folge von Käptain Blaubär ist da weit unterhaltsamer. Vielleicht noch ein letztes zu Nena. Bei allen Teilqualitäten ihres Titelstücks, als Sprecherin der kessen Piratenbraut Anne Bonney ist sie hoffnungslos überfordert und nervt durch affektierte Textaufsagerei.





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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2001
Genre: Animation
Länge: 81 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 25.10.2001
Regie: Tony Power, Gerhard Hahn
Darsteller: David Turba, Ilona Schulz, Kim Hasper
Verleih: United International Pictures

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