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Suzhou River (2000)

Rätselhaft-verschachteltes chinesisches Drama um einen Mann, der glaubt, seine tote Freundin in einer Tänzerin in Shanghai wiederentdeckt zu haben. Ein ruhiger, dokumentarisch wirkender Film mit einer mysteriösen Atmosphäre...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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In der Kulisse von Shanghais Kleinkriminellenszene verliebt sich der Motorrakurier Mardar in die 16 Jahre alte Moudan, die Tochter eines Schmugglers. Mardars Kumpels kommen auf die Idee, das Mädchen zu entführen und ein Lösegeld zu verlangen. Als Moudan dies erfährt, fühlt sie sich von Mardar hintergangen und springt verzweifelt von der Brücke in den Fluss Suzhou. Mardar wird verhaftet und nach einer mehrjährigen Strafe wird er aus dem Gefängnis entlassen. Er glaubt, Moudan lebe noch, sucht sie in der Stadt und lernt die Gogo-Tänzerin Meimei kennen, die ganz genauso aussieht wie seine ehemalige Freundin. Aber ist sie es auch wirklich?
Meimeis jetziger Freund, ein Hobby-Videofilmer, glaubt der Geschichte, doch als man nach einem Motorradunfall den toten Mardar und eine weibliche Leiche aus dem Suzhou birgt, weiß er überhaupt nicht mehr, wer wer ist...

Filmkritik

Cineasten haben sich bereits an den Bildern betrunken und geloben einen neuen "Vertigo". Nun mal langsam. Nur weil ein Newcomer in Shanghai mit der Handkamera herumfuchtelt und eine amour fou mit einer rätselhaften Doppelgängerin skizziert, ist noch kein neuer Hitchcock geboren. Tatsache ist natürlich, dass Lou Ye ("Weekend Lover") in seinem zweiten Film die gleichen Themen beackert, die die Herren Hitchock, Antonioni und Kieslowski auch schon ausgiebig beschäftigt haben. Was an Budget fehlt, macht der Enthusiasmus wett: das fertige Produkt ist ein Schulterschluss aus französischem Kunstkino und neuem chinesischen, genauer gesagt eine Mischung aus Leos Carax und Wong Kar-Wai. Wongs Werke gefallen mir zwar eindeutig besser, aber in der betont elliptischen Erzählweise, die das Rätselhafte unterstreicht, kann jeder aufgeschlossene Kinogänger auf filmhistorische Spurensuche gehen. Gerade die sprunghafte, am Narrativen wenig interessierte Handlungsführung dürfte jeden Normalverbraucher vor ein Geduldsproblem stellen. Die exzessive Zitterpartie der Kamera besorgt dann den Rest: da sich nun nichts Gegenständliches mehr erkennen lässt, sind konträren Meinungen keine Grenzen gesetzt. Eine positive: In den besten Szenen kristallisiert Lou Ye seine dokumentarischen Bilder zu Phantomen wie aus Träumen. Ist doch auch was.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: China, Deutschland
Jahr: 2000
Genre: Drama
Länge: 83 Minuten
Kinostart: 27.09.2001
Regie: Lou Ye
Darsteller: Jia Hongsheng, Zhou Xun, Nai An



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