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Kritik: Suzhou River (2000)


Cineasten haben sich bereits an den Bildern betrunken und geloben einen neuen "Vertigo". Nun mal langsam. Nur weil ein Newcomer in Shanghai mit der Handkamera herumfuchtelt und eine amour fou mit einer rätselhaften Doppelgängerin skizziert, ist noch kein neuer Hitchcock geboren. Tatsache ist natürlich, dass Lou Ye ("Weekend Lover") in seinem zweiten Film die gleichen Themen beackert, die die Herren Hitchock, Antonioni und Kieslowski auch schon ausgiebig beschäftigt haben. Was an Budget fehlt, macht der Enthusiasmus wett: das fertige Produkt ist ein Schulterschluss aus französischem Kunstkino und neuem chinesischen, genauer gesagt eine Mischung aus Leos Carax und Wong Kar-Wai. Wongs Werke gefallen mir zwar eindeutig besser, aber in der betont elliptischen Erzählweise, die das Rätselhafte unterstreicht, kann jeder aufgeschlossene Kinogänger auf filmhistorische Spurensuche gehen. Gerade die sprunghafte, am Narrativen wenig interessierte Handlungsführung dürfte jeden Normalverbraucher vor ein Geduldsproblem stellen. Die exzessive Zitterpartie der Kamera besorgt dann den Rest: da sich nun nichts Gegenständliches mehr erkennen lässt, sind konträren Meinungen keine Grenzen gesetzt. Eine positive: In den besten Szenen kristallisiert Lou Ye seine dokumentarischen Bilder zu Phantomen wie aus Träumen. Ist doch auch was.





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