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Zeit der Männer, Zeit der Frauen
Zeit der Männer, Zeit der Frauen

Kritik: Zeit der Männer, Zeit der Frauen (2000)


"Zeit der Männer, Zeit der Frauen" ist ein sehr persönlicher Film, wie Regisseurin Moufida Tlatli sagt. Während sie ihr erstes Werk "Palast des Schweigens" für sich machte, soll "Zeit der Männer, Zeit der Frauen" Fragen beantworten, die sich möglicherweise ihre Tochter stellt. Dementsprechend folgt Tlatli den eigenen Erfahrungen als Mutter, um so einen Bogen zur Erlebniswelt der eigenen Tochter zu spannen, die hilflos den gesellschaftlichen Strukturen ausgesetzt war. Persönliches Erleben kann sich sehr negativ auf eine künstlerische Verarbeitung auswirken, da verzerrte Gewichtungen den eigenen Blickwinkel überbewerten, ohne eine globalere Sicht auf das Thema zu entwickeln. Moufida Tlatli versucht deswegen, den großen Vorteil der Authentizität nicht zunichte zu machen, indem sie sich eine nüchterne Erzählweise zulegt. Hierbei betreibt die engagierte Regisseurin jedoch des Guten ein bisschen zuviel. Der zurückhaltende Stil kann nur noch mit größtem Wohlwollen als dokumentarisch bezeichnet werden. Statt einer Bilderzählung, die auch mal die ein oder andere Sequenz dramatisiert oder leicht polemisch gestaltet, erhält der Zuschauer eine Dialogerzählung, die sich zunehmend von den Bildern abkoppelt. Das betrifft sicherlich nicht den ganzen Film und jede Sequenz, aber im Gesamtbild macht sich dieser Eindruck breit. Ständig bekommt man die Frauen in ihren Häusern zu sehen, ohne dass diesem Standort etwas abgewonnen würde, geschweige denn etwas nennenswertes passiert. Insofern wäre eine um zusätzliche Informationen ergänzte Drehbuchfassung ein höchst interessantes Pamphlet über den gesellschaftlichen Hintergrund Moufida Tlatlis.




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